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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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einem Garten. Durch zierliche Gitter und Tore wurden die einzelnen Gärteninnerhalb der festen Mauer abgetrennt. Inmitten der Blumenwiese liegt derBrunnen, der diesen Rasen besonders feucht, weich und dicht erhält. Aus demBassin läuft ein schmaler Kanal ab, der den übrigen Garten bewässert unddurch eine vergitterte Lücke in der Mauer abfließt. Hinter einer Allee vonBäumen zieht sich im Hintergrunde ein Gitter, mit Rosen bewachsen, hin.Ein anderes trennt diesen Garten von dem benachbarten Stück, in dem dieBlumen auf Beeten gezogen werden. Diese Beete sind zum großen Teil mitSteinmäuerchen eingefaßt. Die Wege zwischen diesen Beeten waren von festemSand und schön und eben gehalten. Ja, wenn es sich um besondere Schmuck-gärtlein handelte, so waren die Beete auch ringsum mit zierlichem Pflasterumgeben, wie in dem reizenden kleinen Garten neben dem Gehäuse des heiligenHieronymus auf dem Brüsseler Bilde. Hier sehen wir auch einen kleinen ver-schnittenen Baum auf einem der eingefaßten Blumenbeetlein, während einkleiner Brunnen ein anderes ziert. Sehr häufig werden diese künstlich zu drei-fachen Kränzen gezogenen Bäume auf die Blumenbeete mitten hineingesetzt.Wenn es dann galt, zum Frühlingsfeste den Maibaum aufzurichten, so gab manauch ihm diese beliebte Gestalt und hing in die Krone künstliche Früchte, umdie Tänzer recht anzulocken.

Ein Hauptstück der mittelalterlichen Gärten ist die Laube. Das Altertumkannte die Laube als Pergola oder als Holzlattenwerk, grün überrankt, wohlauch von aufgemauerten Säulen gestützt, in aller Zierlichkeit ausgeführt.Doch war sie in jenen Gärten nicht so notwendig. Dort gab die Portikus auchin großen Gärten den leicht erreichbaren Schutz gegen Sonne und Wetterunbill,die Hausgärten waren meist unmittelbar von Gebäuden umgeben. Der mittel-alterliche Garten lag dagegen häufig abseits, er brauchte ein wirkliches Schutz-haus im Freien: Vor den heißen Sonnenstrahlen genügten die Rosen- und Geiß-blattlauben, die in allerlei Gestalt den Garten schmückten, und um sich miteinem treuen Buhlen zu verbergen, genügte solch ein leichtgefügtes Sommer-haus. Auch den Laubengang als Wandelbahn kannte man. Manchmal wurdeeinRosenstock gezogen":

So breit und dick,

daß er vor der Sonne Blick

zwölf Rittern Schatten hat gegeben;

er war um und um eben

in einem Reif gebogen,

doch höher als ein Mann gezogen.

Unter demselben Dorn

war Edelkraut und schönes Gras.

Aus festem Material waren andere Lauben gezimmert, richtige Sommer-häuser, wie sie auch das Altertum kannte, so daß man darin, wie in dem kleinenSommerhaus im Hippodrom des Plinius, essen und schlafen konnte. So ähnlichdachte sich der Dichter auch die Laube, wo sich das Abenteuer inDie Nach-tigall" abspielte. Sie lag an Blumen und Rasen im Garten unter schatten-reichen Bäumen. Dieser Garten, zu dem das oben erwähnteenge Türlein"

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