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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Fazil, nachdem er von den Lehren der Braminen in seinem Werke über Hin-dostan gesprochen, den Ausruf:O du, der du nach Weisheit forschest, lerneaus diesen Erzählungen, daß jeder Punkt der Schöpfung ein erhabener Tempelist, den die Gottheit erbaut hat, damit das Streben menschlichen Forschensnicht fruchtlos umherirre nach dem gesuchten Ziele." (Carl Ritter, Die Erd-kunde im Verhältnis zur Natur und zur Geschichte des Menschen, 1817/1818.)

EINE CHILENISCHE HACIENDA

Zwischen verstreuten Obstbäumen eines sehr üppigen Wuchses und reichlichenErtrags, an denen aber nirgends die Spuren einer höheren Kultur oder nur ge-wöhnlicher Sorgfalt bemerklich waren, und an einem dichten Hain von Pfir-sichbäumen vorüber, erreichten wir endlich das Haus. Zahllose Hunde be-grüßten die Ankommenden mit unverkennbarem Verdruß, und nur der rüstigeGebrauch den die begleitenden Diener von ihren Lassos machten, verschaffteendlich freien Platz zum Absteigen. Türe und Fenster waren aber dicht ge-schlossen und niemand kam zum Empfange entgegen, wie sonst die außer-ordentliche Höflichkeit des Landes ihn gebietet. Das Ganze schien unbelebt,es schien, als seien die Bewohner entflohen. Ein abgesondertes, sehr kunst-loses Gebäude, auf Pfeilern ruhend und nur mit dünnen Rohrwänden versehen,zeigte jedoch Spuren von ihnen, denn aus seinem Innern duftete uns eben nichtallzulieblich der Geruch des Charqui, des luftgetrockneten Fleisches entgegen,welches der Chileno auf dem Lande ebenso zu jeder Tageszeit zum Vergnügenund zur Näscherei zu rösten pflegt, wie der nordische Bauernknabe seine Kar-toffel sich bratet. Bei unserem gemeinschaftlichen Eintritte gewahrten wireinen hohen, schöngewachsenen, aber sonnengebräunten und wild aussehendenChileno, der sich langsam von einer Ruhebank am Boden erhob. Es war einervon jenen immer berittenen Guassos oder Knechten aus der niedrigeren Klasseder Landleute, wie sie jeder Gutsbesitzer zur Abwartung seiner Herden haltenmuß. Wir befanden uns also in der Küche der Hacienda, welche nach demallgemein eingeführten Brauche während der Tagesstunden der Aufenthaltsortaller derjenigen Mitbewohner des Landgutes ist, die sich gerade nicht den Vor-nehmsten beizählen dürfen. Aus dem beredten Lächeln des Guasso, der jedochmit landesüblicher Höflichkeit sogleich Sitze besorgte eben nichts mehr alsrohe Holzblöcke, schien hervorzugehen, daß er im stillen seine Glossen überuns Nordeuropäer machte. Die Ungeduld und Zeitökonomie der Fremden fälltbei der jetzt mehr verbreiteten Industrie in den Städten zwar nicht mehr auf,allein der Landmann findet es immer noch wunderlich, daß jemand ohne Not-wendigkeit in den Stunden der Hitze im Lande sich herumtreiben könne, wosonst kein Christ, das heißt kein Chileno, an etwas anderes denken würde, alszu schlafen. Wir waren in der Tat während der Siesta angekommen, der Zeit,wo die sämtlichen Bewohner in einen mitternächtlich festen Schlaf versunken

sind.

Es schien, als habe der Lärm der Pferde endlich die Bewohner rege gemacht.Das niedrige, einstöckige Haus öffnete sich, und ein freundlicher Empfang, denjeder Chileno stets mit zierlichen Reden zu verbinden weiß, wurde den Gästen

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