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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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liehen Reinigungen, zu denen er auffordert, konnten den sanften Hindu schonbei dem Mangel höherer Erkenntnis zum Naturdienst gegen die in ihm ver-borgenen Kräfte hinleiten. Die philosophische Lehre der Braminen schmücktediesen zu einem inhaltreichen Systeme aus und verband ihn mit ihren Offen-barungslehren, die in so viele Sekten zerteilten Anhänger des Schasters setztenüberall neue Bedeutungen und Meinungen zu den älteren hinzu. Als Volks-glaube hat sich die Verehrung des Ganges in den wesentlichen Punkten allge-mein erhalten.

Siva, als Umwandler der Formen oder als wohltätiger Erhalter der Erde ver-ehrt, wird auch Cal und mit seinen Attributen Sancara genannt. Von ihm hatder Cali Ganga seinen Namen. Auch Mahadeo ist derselbe und der indischeZeus, der auf dem Himalaya thront. Ihm schreibt die Sekte der Saivos unterden Hindu die Wohltaten des Ganges zu. Sie gaben seinem Bilde die bezeich-nenden Embleme, vom Haupte fließt ihm der majestätische Ganges herab.Da er seinen Lauf durch Gebirge und Waldungen nimmt, die sein Bette zuverstopfen scheinen, so wird er gebildet, als fließe er durch Sivas lockiges Haupt-haar und Bart herab. Die Tiger, Elefanten, Schlangen am Saum der feuchtenWaldregionen und Vortäler anzuzeigen, ist er mit Schlangen umgeben, seinunteres Gewand ist die Haut eines Elefanten, dessen rechte Heimat das Ganges-land ist. Er sitzt auf einem Tiger, wahrscheinlich das Sinnbild des Sunder-bunds, denn auch der untere Lauf des Ganges erhält vermutlich daher seineneigenen Namen Padda (Poudda), das ist so viel als Fuß. Auch Nil-Cantha,das ist blauer Nacken, soll Siva von den blauen Wolken heißen, die über demHimalaya schweben. Anders ist diese Verteilung der Attribute des Siva mitdenen des Berges ausgedrückt, durch die Erzählung von seiner Vermählung mitParvati (von Parvat, das ist Berg). Ganga ist dann die Tochter von beiden,die auch wohl aus dem Haupt des Siva hervortritt. Ganga ist die Göttin derReinheit, auch Yamouna (Jumnafluß) ist die Tochter der Sonne, und Saresuati,mit der Phantasie begabt, sind drei bei den Hindu gleich verehrte Göttinnen.Diese Trias versammelt sich unter der Form der drei Ströme, Ganges, Jumnaund Saresuati, von acht dienenden Jungfrauen (den anderen Zuströmen) be-gleitet, am Ende des Duab beim Prayaga Allahabad, und an dieser Stelle heißtdarum der Strom Triveni oder Tribeni, das ist die drei sich kräuselnden Locken.Die Ufer des Gangesstromes, mehrere hunderte von Meilen entlang, sind jedenMorgen und Abend bei Sonnenauf- und Untergang von vielen Tausenden vonMenschen belebt, voll betender Braminen und voll waschenden, sich entsühnen-den Volks von beiderlei Geschlecht. Zumal an allen Festtagen, zum Beispieldes Vollmonds in den Monaten Cortik und Maug, ziehen Ströme von Pilgernauch weiter südwärts zu den Badeorten, man gibt ihre Zahl bis zu einer Millionan, zum Beispiel von Monghir und den darüber erbauten Pagoden, wo dieBilder ihrer Götter den Strom entlang in Felsen gehauen sind, oder zum Trivenibei Patal-poru und anderen Orten mehr.

Diese weite Ausbreitung der unzähligen heilig gehaltenen Orte von den Quellenbis gegen das Delta des Hauptstroms und fast aller seiner Zuströme, die nach denLehren der Braminen ihrem Range nach in drei Klassen geteilt werden, sowieder Eifer der Hindu in ihrem Zeremoniell entlockte dem Mohammedaner Abu

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