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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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satz der Gluthitze von Afrika und der feuchten Schwüle von Hindostan. Auchdarin gleicht Giazirah al Arab zunächst Iran.

Dies macht Arabien doch fast überall, die Wüste Al-Ahkaf ausgenommen,fähig, bewohnt werden zu können und das Zerstückelte des Gebirgslandes nebstden großen Einsenkungen, wenn auch nicht überall, doch nach den Haupt-direktionen hin, zugänglich, und setzt das Zentrum wenigstens in Relationmit seiner Peripherie nach allen Seiten hin, von denen, weil dies eben schwerzugängliche Küsten sind, es nichts zu gefahren hat. Daher die Sicherheit, dieSorglosigkeit, die Independenz des Beduinen auf guten Grund gebaut ist. Erlebt frei, unabhängig, zufrieden, hält sich zu seinem Stamme und bringt seinemSheikh oder Emir die hergebrachte Gabe, ohne sich weiter Sorgen zu machen.Er weidet seine Herden, überläßt die Pflege des kleinen Kornfeldes seinemSklaven, der auch für die Ernte sorgt, jagt Hasen, Gazellen, Strauße, röstetHeuschrecken, sammelt seine Datteln ein. Dem Reisenden setzt er wie frem-dem Wilde nach, das in sein Gehege eintritt, ihn zu erhaschen und zu plündernhält er für ehrenvoll, ihn dann gastfreundlich zu bewirten, zum Beispiel dieBeduinen selbst alle französischen Gefangenen nach deren eigenen Zeugnis,für natürlich, ihn zu ermorden für unnütz. Das Plündern ist ihm wie demInsulaner sein Strandrecht, ein rechtmäßiges Einkommen, ein ritterliches Spiel,nur am Tage, nie des Nachts, ein Bild des kleinen Krieges, den er allein kennt.Diebstahl bei Nacht und Mord hält er wie andere Völker für Verbrechen, undnur ausgeartete Individuen sind hier wie anderwärts Räuber und Mörder.Ungeachtet der Beduine fast alljährlich bis zur Grenze seiner nachbarlichenKulturländer und bis zu dem Stromgebiete am Euphrat, zu den Städten nachHaleb, Damask, zum Nildelta zieht, fällt es ihm nicht ein, dort zu bleiben undseine Lebensart mit einer bequemeren, ruhigeren zu vertauschen. Der Dörflerund Städter erscheint ihm als Sklave, der angesiedelte Stammgenosse amRande der Nachbarstaaten verächtlich. Der Wüstenbewohner allein ist derfreie Mann, der mit Stolz und Verachtung auf jene wie auf ein niederes Ge-schlecht herabsieht, sich für den reinen Adel hält und nie mit fremdem Beduinen-stamme, geschweige mit jenen vermischt. Diejenigen der Horden, die sich inder Nähe der Kulturländer niedergelassen haben und halb Nomaden, halbLandleute geworden sind, haben auch überall von ihrem Ansehen bei demechten Araber verloren und sind den türkischen Paschas tributbar.Der gleiche Ursprung, gleiche Bedürfnisse, die gleiche Lebensart, die gleicheStufe der Ausbildung, gleicher Ideenkreis, dies sind wohl die nächsten Ur-sachen, daß, wie bei allen Nomadenhorden ein gemeinsamer Habitus, eineHerdenphysiognomie ist, so auch die Beduinenhorden sich alle mehr oder we-niger gleich sehen. Von mittler Statur, oft klein, mager, ausgedorrt, robust,abgehärtet, im hohen Grade mäßig im Essen und Trinken, dabei unermüdlich,feurig, energisch, braun gebrannt ist ihr Körper in der Wüste, vollkommner

und schöner da, wo er minder zu entbehren hat.-------

Vom schönsten Ebenmaße ist der Körperbau des Arabers, sowohl der Ge-sichtsbildung als dem ganzen Wüchse und dem Verhältnis nach, das zwischendem Körper und den Extremitäten oder den Gliedern stattfindet. Dies ist einemerkwürdige Beobachtung, da in dieser Hinsicht so große Differenzen zwischen

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