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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Phantasie des Arabers, die ihm die Wüste zum Paradiese macht, aus demewigen Wechsel zufließt, erhalten ihn seit Jahrtausenden in diesem gleich-förmigen Zustande, den selbst kein politischer Einfluß zu ändern vermochte.Wie groß ist ihr Unterschied von ihren früheren Stamm- und Sprachgenossen,den Hebräern, welche Moses aus der Barbarei eines Nomadenvolkes zum Acker-bau führte und so zur Kultur brachte, zur Industrie, zu Gewerben, zu Handel,zur festen Heimat, befähigte zu einem Staat, zu einer Kirche. Selbst der reli-giöse Kultus durch Mahomeds Lehre, konnte nur einige Modifikationen, aberdurchaus keine Erhebung des ganzen Volkes herbeiführen. Tausend Jahrespäter, als bei ihren hebräischen Nachbarn, dämmerte bei den Arabern desMittellandes die erste Morgenröte ihrer Geschichte, Esra und Nehemia, als dieletzten der jüdischen Autoren, lebten noch 400 Jahre vor Christo und über1000 vor Mohammed. Bis dahin blieben sie isoliert stehen, außer dem Kreiseund der Berührung vorangeschrittener Kulturvölker, und noch heute ist dieMasse des Volks in demselben Zustande wie zu Hiobs Zeit, und wie vor tausendJahren, wo sie Ferdusi im Schach Nähme besingt:Stolz auf ihre Freiheit,jeden Gehorsam versagend, leidenschaftliche Redner, freie Männer und Krieger,die das Land ihrer Feinde mit Blut färben und mit ihren Lanzen, wo sie sichzeigen, in der Luft einen Rohrwald bilden."

Während der Beduine des eigentlichen Arabiens immer Beduine blieb, zivili-sierte er sich überall, wo er im Fruchtlande von Kufa, Bagdad, Bassorah,Shiras, Balk, Samarkand und Delhi, oder von Kairo, Alexandria, Fez, Sevilla,Kordova, Granada, Sizilien, Haleb und Damask festwurzelte und zum Handels-mann, zum Künstler, Gelehrten, Staatsmann und zum verfeinertsten Welt-mann sich umbildete. Das arabische Land übt eine Naturgewalt über seineBewohner aus, die es von der übrigen Welt abschneidet, es schlägt seine Söhnein Fesseln und erschwert ihre Versuche, sich aus der Sphäre des Nomaden-lebens zu erheben und mit einer höheren, die aus der Völkergeselligkeit sichentwickelt, zu befreunden. In Arabien ist nirgends ein Stromsystem, dessenGesenke zu festem Grundeigentum hinziehen, hierin ist es Iran ähnlich, dasaber durch die Weltstellung zum Mittelpunkt einer Weltherrschaft von jeherberufen war. Arabiens Peninsula hat nirgends quellenreiche, humusbedeckte,üppige Kornfluren, die Dörfer, Städte, Industrie, Handel, Erwerb, Kultur, ge-selligen Luxus erwecken, es hat nirgends fruchtbare Uferkanten. Darin ist es,unter gleichen Breiten und in ähnlicher Relation zu Hochasien liegend, den-noch ganz charakteristisch von der Peninsula Dekan unterschieden und stehtder afrikanischen Konfiguration der Feste weit näher als der asiatischen. InHinsicht der Wüstenbegrenzung schließt es sich an Ägypten, Syrien, Baby-lonien an, ist aber weit ärmer an fließenden Wassern als alle drei. Es ist ärmerals sie an Kulturgewächsen und ermangelt in vegetabilischer Hinsicht ganzercharakteristischer Naturtypen, Arabien hat weder Waldungen, noch Gra-sungen, noch Kryptogamenbekleidung auf seiner Oberfläche aufzuweisen. Abercharakteristisch ist für Arabien bei aller Sparsamkeit an Feuchtigkeit, an Regenund Flüssen oder Bächen der in gewissen Tiefen unter der Erdoberfläche fastüberall gleichartig, obwohl nur mäßig verteilte Quellenvorrat und für allesHochland, welches sehr weit verbreitet ist, das gemäßigtere Klima im Gegen-

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