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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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so setzte die Natur, die Bäume aus den Wäldern fortreißend und sie mit ihrenWurzeln und Zweigen zu großen Massen ineinander fügend, auch solche Flößezusammen. Diese natürlichen Flöße mochten den ersten Urkolonisten, dienoch keine Handelsverbindungen mit dem Schwarzwalde hatten, auf ihrenholzarmen Inseln sehr zustatten kommen. Erst später lernten es dieHollands-gänger" des Schwarzwaldes, auch diesen Versuch der Natur nachzumachenund dann, raffinierend, solche lange, solche gelenke und holzreiche Flößezusammenzusetzen, wie wir sie jetzt bei der Rheinmündung ankommen sehen.(J. G. Kohl, Reisen in den Niederlanden, 1850.)

HEIMATLICHES WACHSTUM

Die Kenntnis von dem Naturcharakter verschiedener Weltgegenden ist mit derGeschichte des Menschengeschlechtes und mit der seiner Kultur aufs innigsteverknüpft. Denn wenn auch der Anfang dieser Kultur nicht durch physischeEinflüsse allein bestimmt wird, so hängt doch die Richtung derselben, so hängenVolkscharakter, düstere oder heitere Stimmung der Menschheit, großenteilsvon klimatischen Verhältnissen ab. Wie mächtig hat der griechische Himmelauf seine Bewohner gewirkt? Wie sind nicht in dem schönen und glücklichenErdstriche zwischen dem Oxus, dem Tigris und dem Ägeischen Meere die sichansiedelnden Völker zuerst zu sittlicher Anmut und zarteren Gefühlen erwacht IUnd haben nicht, als Europa in neue Barbarei versank und religiöse Begeiste-rung plötzlich den heiligen Orient öffnete, unsere Vorältern aus jenen mildenTälern von neuem mildere Sitten heimgebracht 1 Die Dichterwerke der Griechenund die rauheren Gesänge der nordischen Urvölker verdanken größtenteilsihren eigentümlichen Charakter der Gestalt der Pflanzen und Tiere, den Ge-birgstälern, die den Dichter umgaben, und der Luft, die ihn umwehte. Wer fühltsich nicht, um selbst nur an nahe Gegenstände zu erinnern, anders gestimmtin dem dunkeln Schatten der Buchen oder auf Hügeln, die mit einzeln stehen-den Tannen bekränzt sind, oder auf der Grasflur, wo der Wind in dem zittern-den Laube der Birken säuselt! Melancholische, ernsterhebende oder fröhlicheBilder rufen diese vaterländischen Pflanzengestalten in uns hervor. Der Ein-fluß der physischen Welt auf die moralische, dies geheimnisvolle Ineinander-wirken des Sinnlichen und Außersinnlichen, gibt dem Naturstudium, wenn manes zu höheren Gesichtspunkten erhebt, einen eigenen noch zu wenig gekanntenReiz. (Alexander von Humboldt, Ansichten der Natur, 1808.)

ARABIEN UND DIE ARABER

Die Armut des Bodens und die vielfache Zerstückelung zwingt zur Spaltungder zahlreichen Horden, ihre Kamel-, Pferde-, Schafzucht verlangt ein No-madenleben. Der gewandteste Körperbau, die vollkommenste Gesundheit, keinVolk hat weniger Kranke als Perser und Araber, der Mangel der Gewöhnungan Bequemlichkeit, die frühe Abhärtung gegen alle Beschwerden ihrer wildenLebensart, die Freiheit und Unabhängigkeit jedes Individuums, welche da-durch erhalten wird, und die Nahrung, welche der lebhaften, leicht erregbaren

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