Prinzip erschafft. Im Hochlande ist neben der Viehzucht, der Zucht der Pferde,Kamele und Schafe, wiederum das ruhige Nomadenleben sowohl, als auch dassich Erheben der Nomaden und das Schweifende und Unstäte ihrer Eroberungzu unterscheiden. Zuerst sind sie ruhig, dann gehen sie auf Raub aus, und end-lich stürzen sie sich auf die Stromebenen. Dadurch kommt die Bildung in siehinein, und sie verlieren ihren eigentümlichen Charakter. Diese Völker, ohnesich selbst zur Geschichte zu entwickeln, besitzen doch schon einen mächtigenImpuls zur Veränderung ihrer Gestalt, und wenn sie auch noch nicht einenhistorischen Inhalt haben, so ist doch der Anfang der Geschichte aus ihnen zunehmen. Interessanter freilich sind die Völker der Talebenen. In dem Acker-bau allein liegt schon das Aufhören der Unstätigkeit, er verlangt Vorsorgeund Bekümmernis um die Zukunft. Somit ist die Reflexion auf ein Allge-meines erwacht, und hierin liegt schon das Prinzip des Eigentums und des Ge-werbes. Zu Kulturländern dieser Art erheben sich China, Indien, Babylonien.Aber da sich die Völker, die in diesen Ländern wohnten, in sich beschlossenhaben und das Prinzip des Meeres sich nicht zu eigen machten oder doch nurin der Periode ihrer eben werdenden Bildung, und wenn sie es beschifften, diesohne Wirkung auf ihre Kultur blieb, so konnte von ihnen nur insofern einZusammenhang mit der weiteren Geschichte vorhanden sein, als sie selbst auf-gesucht und erforscht wurden. Dies Prinzip der Talebenen unterscheidet Asienvon Afrika. Asien ist überhaupt der Gegensatz von Talebenen und Gebirgs-volk, von Tag und Nacht. Beide Momente in einem hat Vorderasien und be-zieht sich deshalb auf Europa, denn was darin hervorragend ist, hat diesesLand nicht bei sich behalten, sondern nach Europa entsendet. Den Aufgangaller religiösen und aller staatlichen Prinzipien stellt es dar, aber in Europa isterst die Entwicklung derselben geschehen. An dem Mittelmeer hat es eigent-lich seine Bedeutung, und in den Kreis der Länder, von denen hier die Rede ist,fallen Arabien, die syrische Küste, Palästina und Tyrus, Kleinasien und Troja,Kolchis am Schwarzen Meere, das hinter sich Armenien hat.Europa, zu dem wir nunmehr gelangen, hat die terrestrischen Unterschiede nicht,wie wir sie bei Asien und Afrika auszeichneten. Der europäische Charakter istder, daß die früheren Unterschiede ihren Gegensatz auslöschend oder denselbendoch nicht scharf festhaltend, die mildere Natur des Überganges annehmen.Wir haben in Europa keine Hochländer den Ebenen gegenüberstehend. Diedrei Teile Europas haben daher einen anderen Bestimmungsgrund.Der erste Teil ist das südliche Europa, gegen das Mittelmeer gekehrt. Nörd-lich von den Pyrenäen ziehen sich durch Frankreich Gebirge, die in Zusammen-hang mit den Alpen stehen, welche Italien von Frankreich und Deutschlandtrennen und abschließen. Auch Griechenland gehört zu diesem Teile vonEuropa. In Griechenland und Italien ist lange das Theater der Weltgeschichtegewesen, und als die Mitte und der Norden von Europa unkultiviert waren, hathier der Weltgeist seine Heimat gefunden.
Der zweite Teil ist das Herz Europas, das Cäsar, Gallien erobernd, aufschloß.Diese Tat ist die Mannestat des römischen Feldherrn, im Gegensatz zu derJünglingstat Alexanders, der das Morgenland abendländisch zu machen unter-nahm, woraus die geschichtliche Bedeutung des Abendlandes hervorgeht.
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