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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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kann, denn Ägypten ist häufig vom Mittelmeer in sich zurückgedrängt worden,liegt am Mittel- und Atlantischen Meer, ein herrlicher Erdstrich, auf dem einstKarthago lag, wo jetzt Marokko, Algier, Tunis und Tripolis sind. Diesen Teilsollte und mußte man zu Europa herüberziehen, wie dies die Franzosen dennjetzt eben glücklich versucht haben: er ist, wie Vorderasien, zu Europa hinge-wendet. Hier haben wechselweise Karthager, Römer und Byzantiner, Musel-männer, Araber gehaust, und die Interessen Europas haben immer hinüber-zugreifen gestrebt.--------

Wenn wir von Afrika, als im Vorzimmer der Geschichte liegend, abstoßen, sobleibt uns nur noch übrig, die geographische Grundlage Asiens und Europasvorläufig anzugeben. Europa ist schlechthin der Westen, das Ende der Welt-geschichte, Asien der Osten und Anfang. Zunächst finden wir in Asien einHochland mit einem ungeheuren Gebirgsgurt. Die Züge dieses Gebirgsgurtssind folgende: Im Norden der Altai mit östlichen und westlichen Auslaufungen,dessen nördliche Abdachung Sibirien ist, welches zwar große, sich ins Nordmeerergießende Ströme enthält, aber uns als nördliche Zone nichts angeht, weildiese, wie schon gesagt ist, außerhalb der Geschichte fällt. Gegen Osten zu, nachSüden herunter, ist ein großer Gebirgszug, von welchem östlich das Bassin desAmur sich befindet. Weiter herab gegen Süden ziehen sich diese Gebirge west-lich hin, und dieser Zug hat China im Süden, weiter Siam und die östliche Halb-insel von Indien. Parallel zieht das Himalaja-Gebirge, und südlich von diesemliegt Indien. Weiter westlich vom Himalaja liegt die Tartarei, die Bucharei, dasHochland von Persien, welches sich gegen das Kaspische Meer bewegt.Von diesen Gebirgen laufen nun ungeheure Ströme ab, die große Talebenenbilden. Diese sind üppig fruchtbar und Mittelpunkte eigentümlicher Kultur.Sich von den europäischen Talebenen unterscheidend, nehmen sie unermeß-liche Räume ein. Die erste ist die, welche der Hoangho und Jangtsekiang, dergelbe und blaue Strom, bilden, nämlich die chinesische Talebene, die zweite,welche von dem Ganges ausgemacht wird, nämlich die von Indien, die drittebildet endlich der Tigris und Euphrat, welche zwischen dem Kaspischen undSchwarzen Meere entspringen und mit den nördlichen Gebirgen Persiens zu-sammenhängen, die sich ans Kaspische Meer hinziehen. Westlich an den per-sischen Gebirgen hin fließen jene beiden Ströme. In den Aralsee ergießen sichder Oxus und Jaxartes, die das große Land zwischen dem Kaspischen Meer undden hohen Gebirgen ausmachen. Westlich davon fallen der Kyros und Araxesins Kaspische Meer. Diese Ebene ist von geringerem Umfang. Das Hoch-land und die Ebenen sind voneinander zu unterscheiden, das Dritte aber istihre Vermischung, welche in Vorderasien auftritt und welche ein lebendigesAnderes bildet, nicht aber isoliert steht. Dazu gehört Arabien, das Land derWüste, das Hochland der Fläche, das Reich des Fanatismus, dazu gehörtSyrien und Kleinasien, das mit dem Meere in Verbindung ist und in immer-währendem Zusammenhang mit Europa sich befindet.

Wenn wir die Beschäftigungen und Gewerbszweige der drei geographischenAbteilungen kurz bezeichnen wollen, so ist die Viehzucht die Beschäftigungdes Hochlandes, der Ackerbau und die Bildung zum Gewerbe die Arbeit derTalebenen, der Handel aber endlich und die Schiffahrt das, was das dritte

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