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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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einwickeln und in Metallen gefrieren und mit ewig unruhigem Spiel baldscheinbar frei, bald ein wahrer Knecht sein. So unzerstörbar er in sich ist, soharten Gesetzen ist er Untertan. Er kann Jahrtausende unter der Erde gebundenliegen, bis Menschenhand oder Naturumwälzung den Stein, der sein Kerker ist,zutage fördert und dieser nach langem Zeitraum, von der Verwitterung zer-malmt, seinen Einwohner losgibt. Und nicht ein Körnchen ist, worin nichtnoch ein Teil von ihm eingeschlossen bliebe, und dem er nicht wiederum raschzueilte, um es zuteilen, zu zerwühlen, als eine Mutter zu befruchten, mit un-endlichem Ungestüm, mit Schaffen und Zerstören, mit Liebe und Haß, aberalles nach harter, mühseliger Regel. Er ist im Äther und im Abgrunde, be-wegt Wolken und Flüsse, brennt im Feuer, tobt im Winde, die Rose und derSchneestern sind sein Werk. Wir erstaunen über seine Wundertaten, unddoch weicht er selten oder nie aus seiner streng vorgeschriebenen Bahn und er-scheint auch, ohne sie im mindesten zu verändern, unserer Naturkunst intausend Mummereien, spottend gleichsam, wenn wir etwas Neues hervorge-bracht zu haben meinen, worin doch nur wieder er und zwar als ein armer be-wunderter Diener dasteht, der sich in seines Herrn unendliche Reichtümerkleidet. (Johann Friedrich von Meyer, Blätter für höhere Wahrheit, i8i9ff.)

DAS LEBENDIGE WORT

Die Geschichte der Natur vermag ihrem großen Gegenstande meistens nur auseiner unsicheren Ferne zu folgen. Denn es ist dieser mit seinen Anfängen ineiner vorweltlichen Tiefe gewurzelt, in welche die Zeiten des Menschen nichthinabreichen, und auch das Anjetzt seines Erscheinens entzieht sich dem Augebald in einer inneren Unergründlichkeit seines Seins und Wesens, bald in eineräußerlichen Unabsehbarkeit des Raumes, für welche der Mensch vergeblich inder ganzen ihn umgebenden Sichtbarkeit nach einem Maßstabe suchet.Der Tag bricht an und endet, Jahre nach Jahren wiederholen den alten Um-lauf. Scharen der Lebendigen dringen durch die geöffneten Pforten der Zeitherein, eilen dann, nachdem sie das leichte Gewand ihrer Leiblichkeit anderenNeuankommenden überlassen, in ihr unbekanntes Woher zurück, und dieJahrbücher meines Geschlechts sagen mir, daß es seit ihren Jahrtausenden sogewesen.

Doch was sind auch die Zeiten der Geschichte meines Geschlechts gegen dieZeiten der Geschichte der Natur!

Die berechnende Astronomie wähnet Weltgebäude in fernen Weiten zu erblicken,,deren Lichtstrahl Millionen von Jahren gebraucht, ehe er bis zu uns gelangte,welche mithin vor Millionen Jahren schon vorhanden gewesen, andere, derenvermutliche Sonnen, durch das vielleicht Trillionen Jahrtausende alte Spielder gegenseitigen Anziehung, ihrem Zusammenstürzen bald entgegengehen,welches etliche von ihnen bereits ereilte, während andere in der ersten Jugend-kraft ihrer wenigen Millionen von Jahrtausenden, gleich unserer Milchstraße,das Wechselgespräch des Zusammenseins erst begonnen, noch andere endlichaus dem allgemeinen Weltenelement einem allverbreiteten Lichtäther erstzum besonderen Sein erwachen.

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