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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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del Aglio, einem Hohlwege zu seinen Füßen, durch welchen die latinischeStraße aus dem Innern des Berges in die Ebene hinaustritt, bis auf diesenTag erhalten hat. Dem Algidus zur Seite der Mons Artemisius, in der heutigenSprache Monte Arriano genannt. Jenseits dieser Anhöhen auf den äußerstenHügelvorsprüngen die Städte Velletri, Civitä Lavinia, das alte Lanuvium, undim Westen Albano, alle drei Vorposten gleich in die Kampagne hinaus-gerückt. Zuletzt verliert sich das Auge in der Einförmigkeit der volscischenEbene, welche im Osten durch die schroff abfallende Bergwand von Norbaund Sermoneta begrenzt wird. Das ist das Rundgemälde, welches sich aufder Höhe von Monte Cavo unserem Blick darbietet, ein Schauspiel von wunder-barer, unerklärlicher Wirkung. Die Größe der Natur, die Größe des Menschen,und in beiden die Herrlichkeit Gottes, das ist es, was den Beschauer erfüllt.Kein Teil Italiens kann sich an erhabenem Ernst mit Latium messen. AnReichtum und Üppigkeit der Natur übertrifft es der Süden unzweifelhaft, anGroßartigkeit der Formen, an Feierlichkeit und Würde des Charakters steht erihm ebenso entschieden nach. Es gibt eine Natur, deren schwelgericshe Üppig-keit die Sinnlichkeit reizt und dadurch den Menschen zuletzt dem edlerenStreben entfremdet, es gibt aber daneben eine andere, die durch die Harmonieihrer Erscheinung, durch die Einfalt und Strenge ihrer Linien den Geist anZucht gewöhnt und die sinnliche Kraft eines Volkes, ohne sie in ihrer Ent-wicklung zu hemmen, doch zugleich einem höheren geistigen Gesetze unter-ordnet. Solcher Art ist das Land um Rom, und solcher Art war auch sein altesVolk, Körper voll kräftiger Sinnlichkeit, Geister voll Zucht, in Allem Fülle undin Allem Maß, die schönste Harmonie des Lebens. (Gerlach und Bachofen,Die Geschichte der Römer, 1851.)

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Welch eine öde weite Ebene, hoch von Ruinen, Gärten, Tempeln umgeben, mitgestürzten Säulenhäuptern und mit aufrechten einsamen Säulen und mitBäumen und einer stummen Wüste bedeckt! Der aufgewühlte Schutt aus demausgegossenen Aschenkruge der Zeit und die Scherben einer großen Weltumhergeworfen! Er ging vor drei Tempelsäulen, die die Erde bis an die Brusthinuntergezogen hatte, vorbei und durch den breiten Triumphbogen des Septi-mius Severus hindurch; rechts standen verbundene Säulen ohne ihren Tempel,links an einer Christenkirche die tief in den Bodensatz der Zeit getauchte Säu-lenreihe eines alten Heidentempels, am Ende der Siegesbogen des Titus und vorihm in der öden waldigen Mitte ein Springwasser, in ein Granitbecken sichgießend. Er ging dieser Quelle zu, um die Ebene zu überschauen, aus welchersonst die Donnermonate der Erde aufzogen, aber wie über eine ausgebrannteSonne ging er darüber, welche finstre tote Erden umhängen. O, der Mensch,der Menschtraum 1 riefs unaufhörlich um ihn. Er stand an der Granitschalegegen das Coliseo gekehrt, dessen Gebirgsrücken hoch in Mondlicht stand, mitden tiefen Klüften, die ihm die Sense der Zeit eingehauen scharf standen diezerrissenen Bogen von Neros goldenem Hause wie mörderische Hauer da-neben. Der Palatinische Berg grünte voll Gärten, und auf zerbrochenen

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