ipsam solitudinem adoramus." Regungslos ruht das Wasser, durch die hohenFelsränder gegen den Zutritt heftiger Windstöße gesichert. Kein Fluß strömtein, keiner aus, um der Szene Bewegung zu verleihen und die Erscheinungen
der verschiedenen Stufen unter sich zu verbinden.-------Aus den drei großen
Krateröffnungen von Aricia, Nemi, Alba ergossen sich die Lavaströme, welchedie römische Kampagna nach allen Richtungen durchfurchen. Einer der mäch-tigsten zieht sich nach Nordwest bis zum Grabmal der Cäcilia Metella an derAppischen Straße, wo die Lava als festes, schwarzgraues Gestein gebrochen wird,ein zweiter in entschieden westlicher Richtung nach Ardea hin. Kleinere Kra-tere, früher tätige Feuerstätten, später Seen, jetzt zum Teil ausgetrockneteErdvertiefungen, umsäumen die Westseite des Gebirgs in einem weiten Halb-kreise. -------Zwischen den Hügeln, welche die Westseite des Albanersees ein-schließen, und dem Rande des großen Kraters, auf welchem Tusculum sich hin-zieht, führt ein tiefes Tal, die Vallis Albana, durchschnitten von der latinischenStraße, in das Innere des Bergkegels. An seiner Mündung liegt Marino, dasalte Castrimonium. Weiter nach rechts über die Talebene hinaus fällt der Blickauf die dunkeln Felsen der Burg von Tusculum. Sie bilden den äußersten Vor-sprung des nordwestlichen Kraterrandes und scheinen wie ein mächtiges Vor-werk den Zugang der Vallis Albana zu verteidigen. Über sie hinweg in geraderLinie der See von Arabii, dann die hundert Windungen des Anio, der bei Tiburaus seinen Schluchten hervorbricht, zuletzt das Gebirge in terrassenförmigerErhebung: die corniculanischen Hügel zwischen Tiber und Anio als untersteStufe, darüber der Monte Genaro, Lucretilis, zuletzt das Hochgebirge von Aietimit der Leonessa, deren breiter Gipfel sich schön von dem blauen Äther ab-hebt. Aber nur hastig überfliegt das Auge diese Höhen, um in die Ebene zu-rückzueilen und sich an Rom zu sättigen, das es längst schon suchte. Auf demlinken Tiberufer lagert sich die Stadt, umgürtet von den turmreichen rötlichenMauern Aurelians, die sie aber nur zum kleinsten Teile ausfüllt. Der Diktator,welcher auf der Spitze des Albanerbergs das Bundesopfer schlachtete, konnteauf der kapitolinischen Anhöhe den Jupiterkoloß entdecken, den Sp. Car-vilius aus den ehernen Rüstungen der besiegten Samniten errichtete. Ver-schwunden ist dieses Werk, von dem noch Plinius mit Bewunderung spricht.An seine Stelle tritt ein Siegeszeichen anderer Art, das nicht weniger stolzund vielleicht mit größerer Zukunft in den Äther emporragt, das Kreuz derPeterskuppel, in dem sich über dem Grabe des größten Apostels Himmel undErde die Hand zu reichen scheinen. — Lassen wir das Auge dieselbe Richtungweiter nach Norden verfolgen, so trifft es zuerst das Gebiet von Veji, dann dieciminischen Hügel, einer leichten Wolke ähnlich, in deren Verschlingung sichdas mächtige Becken des Sees von Bracciano verbirgt, zuletzt, 27 Miglien vonder Stadt entfernt, den einsamen Soracte, der, wie eine Insel den Meeresspiegel,so die weite Ebene Südetruriens überragt und in seinen Umrissen eine Wieder-holung des circeischen Vorgebirges zu sein scheint. Es schließt sich das Bildnach Norden. Im Nordost wird die Aussicht durch die Höhe des Monte Pilaunterbrochen. Nur die Berge von Quadagnolo überragen die hohe Burg vonPräneste. Auf dem östlichen Kraterrande wird zuerst der Algidus sichtbar,eine freistehende, dichtbewaldete Höhe, deren alter Name sich in dem Stretto
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