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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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erkennen konnte. Die Flut bedeckte die Lagunen, und als ich den Blick nachdem sogenannten Lido wandte es ist ein schmaler Erdstreif, der die Lagunenschließt sah ich zum erstenmal das Meer und einige Segel darauf. In denLagunen selbst liegen Galeeren und Fregatten, die zum Ritter Emo stoßensollten, der den Algierern den Krieg macht, die aber wegen ungünstiger Windeliegen bleiben. Die Paduanischen und Vicentinischen Berge und das TirolerGebirge schließen zwischen Abend und Mitternacht das Bild ganz trefflichschön. (Goethe, Italienische Reise, 1816/1817.)

DIE LANDSCHAFT VON LATIUM

Wie von dem Gipfel des arkadischen Berges Lycäus ganz Morea überblicktwird, so umfaßt auf der Höhe des Monte caro das Auge alles Land an beidenSeiten des Tibers, welcher mit seinen zwei Armen wie mit Silberfäden dengrünen Plan der heiligen Insel umsäumt, von dem pelasgischen Cäre im Nordenbis zu den pontinischen Sümpfen, und mag selbst Circes Felsenwohnung er-reichen, wenn ihr göttlicher Vater sie mit seinen letzten Strahlen erleuchtet.

Auf dieser weiten Strecke-------erhebt sich kein Gegenstand zu bemerkbarer

Höhe. Nichts unterbricht die Einförmigkeit der Linien. Der Boden der Kam-pagna scheint nach dem Ufer hin immer flacher und erhält zuletzt in demSpiegel des Tyrrhenischen Meeres seine natürliche Fortsetzung. Ja, so unmerk-lich ist der Übergang vom Land zur See, und so sehr gleichen die stumpfenHügel der weiten Ebene den langgedehnten Wogen eines mäßig erregten Meeres,daß sich unter unseren Augen das Bild jener Zeit zu erneuern scheint, da dieFlut den Apennin bespülte und der albanische Krater als einsame Insel darüberhervorragte, wie heute noch die Feuerberge von Ischia und Stromboli überdem Tyrrhenischen Meere. Im äußersten Westen begrenzen die FelsuferKorsikas den Horizont. So mochte Papirius Masso, als er, der erste aller rö-mischen Feldherren, auf dem Albanerberg seinen Triumph hielt, die Umrissedes Landes erkennen, dessen Besiegung er feierte. Aber zunächst zu unserenFüßen zeigt sich ein belebtes Schauspiel. Die Kreisform des Berges öffnet sich,die dem Meere angekehrte Seite des Kegels ist eingestürzt, und der Rand desoberen Kraters fortgeführt. Wo die Massen sich von dem Gebirgsstocke los-rissen, blieb eine breite tiefgehöhlte Kluft zurück, jetzt ein waldiger Bergab-hang, über welchen, den vorhandenen Pflasterresten nach zu urteilen, dieTriumphalstraße in Schlangenwindung zu dem Tempel hinanstieg. Zu denFüßen des Waldabhangs schuf sich die vulkanische Gewalt neue Werkstätten.Hier gestalteten sich, als hätte sich die ganze Kraft des Feuers auf einen Punktgeworfen, drei gewaltige, länglichrunde Kratere, deren Abgrund sich, nach-dem ihr Feuer erloschen, aus unsichtbaren Quellen zu tiefen Seen mit Wasseranfüllte. Jetzt ist der eine derselben zu einem herrlichen Wiesentale, der Vall

Aricia, umgestaltet.-------Die Seen von Nemi und von Albano verleihen durch

ihre grauen, schroff abfallenden Lavaränder, ihre dunklen Wasserspiegel unddurch das üppige Waldesgrün, aus dem sie hervorschauen, der ganzen Land-schaft den Ausdruck feierlicher Ruhe und jenen stillen Ernst, den die Altenan den irdischen Wohnsitzen ihrer Götter besonders verehrten. ,,In lucis

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