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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Würde und Haltung, mit Augen ausdrucksvoll, fremdblickend, schwarz wie dieNacht. Es sind Kinder eines sonnigen Landes, träge und leidenschaftlich zu-gleich, ebenso fleißig als sorglos. Von ihrer Hand sind alle die ölgärten ge-pflanzt und unterhalten, die diese ganze Küste wie ein endloses, graues schwel-lendes Meer bedecken, und der Ölbaum fordert viel Arbeit Auflockerung desBodens, Reinigung, Beschneidung, Vorsicht bei Lese der Früchte. Aber nichtnur Gärtner sind die Bewohner dieser in lauter Buchten und Vorgebirgen fort-laufenden Küste, sondern auch Fischer und Schiffer, sie flicken und trocknenihre Netze, sie zimmern an den Balken halbfertiger Böte auf dem kiesigen Ufer-sande. Von hier aus gingen im Mittelalter neue Argonautenfahrten an denBosporus und in den Pontus Euxinus, in einem dieser Borgo's ward Columbusgeboren, dieselbe prophetische Unschuld des Glaubens, die den Entdecker derneuen Welt beseelte, hat in unseren Tagen auch seinen Landsmann Gari-baldi getrieben, mit zwei Schiffen und einem Häuflein Freiwilliger ein König-reich zu erobern und einen auf Pflege der Militärmacht gegründeten Thron zustürzen. Sie sind listige Rechner und Händler, diese Abkömmlinge der altenLigurier, aber auch ahnungsvoll und schwärmerisch. Daß ihre Riviera sovolkreich ist, daß an ihr die Ortschaften so ununterbrochen sich folgen, währendallen übrigen Strandgegenden des Mittelmeeres die Furcht vor den Seeräuberndie öde, verlassene Physiognomie gab, das hat die Stadt bewirkt, die im Mittel-alter sich zu ihrem Haupt emporschwang und sie mit ihren mächtigen Flottendeckte Genova la Superba, der Edelstein an diesem weiten, kostbaren, vonSpezia bis Nizza gebogenen Küstenreif. (Viktor Hehn, Italien, 1867.)

VENEDIG

Dieses Geschlecht hat sich nicht zum Spaß auf diese Inseln geflüchtet, es warkeine Willkür, welche die Folgenden trieb, sich mit ihnen zu vereinigen: dieNot lehrte sie, ihre Sicherheit in der unvorteilhaftesten Lage suchen, die ihnennachher so vorteilhaft ward und sie klug machte, als noch die ganze nördlicheWelt im Düstern gefangen lag, ihre Vermehrung, ihr Reichtum war notwendigeFolge. Nun drängten sich die Wohnungen enger und enger, Sand und Sumpfwurden durch Felsen ersetzt, die Häuser suchten die Luft, wie Bäume, die ge-schlossen stehen, sie mußten an Höhe zu gewinnen suchen, was ihnen an Breiteabging. Auf jede Spanne des Bodens geizig und gleich anfangs in enge Räumegedrängt, ließen sie zu Gassen nicht mehr Breite, als nötig war, eine Hausreihevon der gegenüberstehenden zu trennen und dem Bürger notdürftige Durch-gänge zu erhalten. Übrigens war ihnen das Wasser statt Straße, Platz undSpaziergang. Der Venezianer mußte eine neue Art von Geschöpf werden, wieman denn auch Venedig nur mit sich selbst vergleichen kann. Der große,schlangenförmig gewundene Kanal weicht keiner Straße in der Welt, demRaum vor dem Markusplatze kann wohl nichts an die Seite gesetzt werden:ich meine den großen Wasserspiegel, der diesseits von dem eigentlichen Venedigirn halben Mond umfaßt wird. Über der Wasserfläche sieht man links die InselSan Giorgio Maggiore, etwas weiter rechts die Giudecca und ihren Kanal, nochweiter rechts die Dogane und die Einfahrt in den Canale Grande, wo uns gleich

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