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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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sich von der Dibbela-Masse nach Westen abzweigt und von der ersteren durcheine mächtige Sandansammlung getrennt ist. Allmählich wieder in die süd-liche Richtung zurückfallend, überschritten wir die letztere Kette nahe ihremwestlichen Ende, überwanden die auch südlich von ihr angesammelten Sand-massen und stiegen in die Oase hinab, an deren südöstlichem Rande wir in-mitten schattiger Dumpalmen lagerten. (Gustav Nachtigal, Sahara und Sudan,1879/1891.)

DAS MEER AM ÄQUATOR

Glänzend taucht in dieser Gegend am Morgen die Sonne aus dem Meere aufund vergoldet die den Horizont umlagernden Wolken, welche bald hierauf ingroßartigen und mannigfaltigen Gruppen dem Zuschauer Kontinente mit hohenGebirgen und Tälern, mit Vulkanen und Meeren, mythologische und anderewundersame Gebilde der Phantasie vor Augen zu führen scheinen. Allmählichrückt das Gestirn des Tages an dem ätherisch blauen Himmel aufwärts, diefeuchten grauen Nebel fallen nieder, das Meer ruht oder steigt und fällt sanftmit spiegelglatter Oberfläche in einem regelmäßigen Pulsschlag. Mittags erhebtsich eine fahle, blaß schimmernde Wolke, der Herold eines plötzlich herein-brechenden Gewitters, das mit einem Male die ruhige Szene unterbricht.Donner und Blitz scheinen den Planeten spalten zu wollen, doch bald hebt einschwerer, salzig schmeckender Platzregen, unter brausenden Wirbelwindenherabstürzend, das Toben der Elemente auf, und mehrere halbkreisförmige Re-genbogen, gleich bunten Triumphbögen über den Ozean ausgespannt und aufder gekräuselten Oberfläche des Wassers vervielfältigt, geben die friedliche Be-endigung des großen Naturschauspiels kund. Sobald Luft und Meer wieder zurRuhe und zum Gleichgewicht zurückgekehrt sind, zeigt der Himmel von neuemseine durchsichtige Bläue, Herden von fliegenden Fischen schwingen sichscherzend über die Oberfläche der Gewässer hin, und die buntfarbigsten Be-wohner des Ozeans, unter ihnen der Haifisch mit seinen beiden unzertrenn-lichen Gefährten, steigen aus dem in der Tiefe von hundert Fuß noch durch-sichtigen Elemente herauf. Sonderbar gestaltete Medusen, die blasenförmigeFregatte mit blauen, ätzenden Bartfäden, lange, schlangenähnliche Strängeaneinandergeketteter Salpen treiben sorglos dahin, und viele andere der man-nigfaltigsten kleinen Seetiere ziehen langsam, ein Spiel der Wogen, an dembewegungslosen Schiffe vorüber. Taucht die Sonne allmählich an dem be-wölkten Horizonte hinab, so kleiden sich Meer und Himmel in ein neues, überalle Beschreibung erhabenes Prachtgewand. Das brennendste Rot, Gelb,Violett glänzen in unendlichen Schattierungen und Kontrasten verschwende-risch an dem azurnen Grunde des Firmaments und strahlen noch bunter vonder Oberfläche des Wassers zurück. Unter anhaltendem Wetterleuchten amgrauenden Horizonte nimmt der Tag Abschied, während sich der Mond ausdem unabsehbaren Ozean still und feierlich in den nebellosen, oberen Welt-raum erhebt. Bewegliche Winde kühlen die Atmosphäre ab, häufige, besondersvon Süden her fallende Sternschnuppen erhellen magisch die Luft, das dunkel-blaue Firmament, sich mit den Gestirnen auf dem ruhigen Gewässer abspie-gelnd, stellt das Bild des ganzen Sternengewölbes dar, und der Ozean, selbst

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