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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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fläche hoch emporragend, aber stoßweise, zerstörend, revolutionär. (A. W.Grube, Skizzen böhmischer Kulturbilder, 1844.)

DER BLÖCKENSTEINERSEE

Wenn sich der Wanderer von der alten Stadt und dem Schlosse Krumau,dieser grauen Witwe der verblichenen Rosenberger, westwärts wendet, sowird ihm zwischen unscheinbaren Hügeln bald hier, bald da ein Stück Dämmer-blau hereinscheinen, Gruß und Zeichen von draußenziehendem Gebirgslande,bis er endlich nach Ersteigung eines Kammes nicht wieder einen anderen vorsich sieht, wie den ganzen Vormittag, sondern mit eins die ganze blaue Wandvon Süd nach Norden streichend, einsam und traurig. Sie schneidet ein-farbig mit breitem lotrechtem Bande den Abendhimmel und schließt ein Tal,aus dem ihn wieder die Wasser der Moldau anglänzen, die er in Krumau

verließ, nur sind sie hier noch jugendlicher und näher ihrem Ursprünge.-------

Dichte Waldbestände der eintönigen Fichte und Föhre führen stundenlangvorerst aus dem Moldautale empor, dann folgt, dem Seebache sacht ent-gegensteigend, offenes Land, aber es ist eine wilde Lagerung zerrissenerGründe, aus nichts bestehend, als tief schwarzer Erde, dem dunklen Totenbettetausendjähriger Vegetation, worauf viele einzelne Granitkugeln liegen, wiebleiche Schädel von ihrer Unterlage sich abhebend, da sie vom Regen bloß-gelegt, gewaschen und rund gerieben sind. Ferner liegt noch da und dortdas weiße Gerippe eines gestürzten Baumes und angeschwemmte Klötze. DerSeebach führt braunes Eisenwasser, aber so klar, daß im. Sonnenscheine derweiße Grundsand glitzert, wie lauter rötlich heraufflimmernde Goldkörner.Keine Spur von Menschenhand, jungfräuliches Schweigen.Ein dichter Anflug junger Fichten nimmt uns nach einer Stunde Wanderungauf, und von dem schwarzen Sammet seines Grundes herausgetreten, stehtman an der noch schwärzeren Seefläche.

Ein Gefühl der tiefsten Einsamkeit überkam mich jedesmal unbesieglich,sooft und gern ich zu dem märchenhaften See hinaufstieg. Ein gespanntesTuch ohne eine einzige Falte, liegt er weich zwischen dem harten Geklippe,gesäumt von einem dichten Fichtenbande, dunkel und ernst, daraus mancheinzelner Urstamm den ästelosen Schaft emporstreckt, wie eine einzelnealtertümliche Säule. Gegenüber diesem Waldbande steigt ein Felsentheaterlotrecht auf wie eine graue Mauer, nach jeder Richtung denselben Ernst derFarbe breitend, nur geschnitten durch zarte Streifen grünen Mooses undsparsam bewachsen von Schwarzföhren, die aber von solcher Höhe so kleinherabsehen, wie Rosmarinkräutlein. Auch brechen sie häufig aus Mangel desGrundes los und stürzen in den See hinab, daher man, über ihn hinschauend,der jenseitigen Wand entlang in gräßlicher Verwirrung die alten ausgebleichtenStämme liegen sieht, in traurigem, weiß leuchtendem Verhack die dunklenWasser säumend. Rechts treibt die Seewand einen mächtigen Granitgiebelempor, Blockenstein geheißen, links schweift sie sich in ein sanftes Dachherum, von hohem Tannenwald bestanden und mit einem grünen Tuche desfeinsten Mooses überhüllet.

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