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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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Heil, aber auch alles Unheil; denn hier liegen auch die festen Burgen, vondenen aus die Tataren, Hunnen, Ungarn und Türken, sich seitwärts ver-breitend, das Land verwüsteten, oder in denen wilde Raubritter hausten,die Plager und Zwingherren der Bauern und Kaufleute weit und breit. Daliegt die Teufelsmauer unweit Molk, welche, der Volkssage nach, der Bösebaute, um damit den Fluß zu sperren, und in ihrer Nähe sieht man die SchlösserSchönbühel und Aggstein, bei denen der Geschichte nach den Raubritterndas wirklich gelang, was der Teufel selber nur vergebens versuchte. DerRitter Schreckenwald zog hier in dieser wilden Gegend eine Kette über dieDonau und plünderte und brandschatzte die vorüberfahrenden Schiffe. Aufdiesem Schlosse hatte der genannte Ritter seinRosengärtlein", wie er einentiefen Abgrund nannte, in welches er durch eine eiserne Türe die gefangenenReisenden über Felsen hinabstürzte. Hier auf demselben Schlosse herrschteim dreizehnten Jahrhundert eine andere Personifizierung des Bösen, der weitund breit gefürchtete Hadmar der Khuenringer, dessen Sohn Albert denMenschen nicht Wohltaten genug glaubte spenden zu können, um die Misse-taten des Vaters einigermaßen zu sühnen. Auch die berühmte Familie derSwelenpeckher hatte Schlösser in dieser Gegend, und in Schönebühel wohnteeinst ein Markward von Schonenpuchele.

Und endlich liegen hier auch unterhalb Molk, der berühmtesten Donauabtei,die Ruinen Dürrensteins, des berühmtesten und besungensten Donauschlosses.Die Donau macht kurz vor diesem Punkte eine Krümmung und kurz nachherwieder eine, und das Schloß zeigt sich daher, auf grausigen Felszacken thronend,ziemlich plötzlich, und da es im Rücken wieder von Felszacken und Berg-mauern umschlossen wird, so erscheint es, trotzdem daß es an dem länder-verbindenden Strome liegt, sehr isoliert und wie in einer felsigen Einödeliegend. König Richard, als er in diesem Gefängnis saß, mag daher wirklich nichtwenig gelitten haben. Nur wenn er nach der östlichen Seite hin etwa seinZimmer hatte, konnte er einige Aussicht in die Ferne genießen. Doch führtediese Aussicht seine Blicke gerade in das Herz von Österreich, das ihm ver-haßt sein mußte. Nach der Gegend von England hin, wohin seine Sehnsucht

stand, war die Aussicht am allerbeschränktesten.--------

Hinter Dürrenstein nun, wenn man um die Ecke nach Mautern zu herum-kommt, steht das letzte schöne Bild in der herrlichen Gemäldegalerie, die wirdurchliefen, und in der es so unerschöpflich viel Schönes zu sehen gibt, daßman ein Argus mit hundert Augen sein müßte, wenn man alles darin entdeckenwollte. Dieses Bild zeigt eine reiche, üppige Landschaft in der Art von ClaudeLorrain. Zur Rechten und Linken der Donau liegen die kleinen freundlichenStädte Stein, Mautern und Krems, lauter alte und im Nibelungenliede bereitsbesungene Orte, hier in den Propyläen der Tempelhallen des Donaugottesversammelt. Von einem Orte zum anderen zieht sich über die Donau hin eineSchiffsbrücke, auf der ganzen Strecke von Linz her die erste. Vorn, aus demFenster eines Hauses, das weit in die Donau hinausgreift, blicken ein paarMönche auf das unruhige Treiben auf dem vorüberrauschenden Dampfschiffehin. Eine über den Fluß hinausgehende Terrasse des Hauses ist mit Blumenbesetzt. Im Hintergrunde sieht man die Prachtgebäude des dritten großen

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