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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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gestoßen. Auf diese Weise entsteht dann hinter dem Strudel in einer Ent-fernung von iooo Schritten der berühmteWirbel". Da an einer und der-selben Stelle zwei verschiedene und entgegengesetzte Richtungen nicht zu-gleich im Wasser sein können, so ist es natürlich, daß jene rückwärts herum-gedrehte Linie des Wirbels sich zugleich auch spiralförmig nach unten schlingt ohne Zweifel werden die zurückgeprallten Gewässer von den neu an-kommenden auch hinabgedrückt und dann unter dem ersten Anfange derKrümmung durchgeht, wodurch sich auch die in die Tiefe hinabziehende Kraft

des Wirbels erklärt.--------

Am Rheine liegt die ganze mittelalterliche Zeit in Trümmern, und es scheintzwischen ihr und der Neuzeit eine große Kluft zu sein. An der Donau dagegenhat sich das Mittelalter mit der Neuzeit verschwistert und seine Formen mitin diese hinübergebracht. Wie wir am Hofe des großen Donaukaisers in Wienalte Gewohnheiten in Übung sahen und alte Kostüme und altes Zeremonielldort erblickten, so ist es auch am Hofe des alten Flußgottes selber. Da er-scheinen Äbte und Prälaten in ihren reichen Abteien, alte ritterliche Familienin ihren unzerstörten Schlössern. Teils mag die Reformation am Rheinevieles verwischt, teils mag auch die Nachbarschaft Frankreichs das Alteschneller in Schutt gelegt haben. Eine so gründliche Verwüstung, wie dieeines Teils der Rheingebiete unter Ludwig XIV., haben die Donaugegendennicht erlitten. Der Einfall der Türken, der ungefähr zu derselben Zeit statt-fand, war freilich eine sehr schmerzliche, aber doch rasch vorübergehendeEpisode, und während das schöne Heidelberger Schloß seit jenem Franzosen-einfalle in Trümmern liegt, blieben ähnliche Schlösser hier an der Donauseit jenem Türkeneinfalle noch in Ganzheit dastehen.

Die schöne Abtei Molk oder, um uns besser und richtiger auszudrücken, dieprachtvollen Paläste und Kathedralen dieses unvergleichlichen Prälatensitzesliegen oder besser stolzieren und thronen auf einem Granitrücken, der mitgeschmückten Abhängen gegen die Donau hin abfällt. Auf jeder Seite desHügels zieht sich ein Fluß heran und schüttet sein Wasser in die Donau, aufder einen die Molk, auf der anderen die Bilach, und ihre Täler legen sich

wiesen- und ackerreich der sie beherrschenden Chorherren-Abtei zu Füßen.-------

Die Donau ist hier im Erzherzogtume Österreich mehr als sonst in irgend-einem Teile ihres Laufes die Hauptlebensader des umliegenden Landes, vondem alle Nebenadern ausgingen, das Hauptrückgrat, an dem sich das ganzeGerippe des Landes ansetzte. Hier liegen die reichen Stifter, welche die Tälerhinaufwärts bebauten und beherrschten, hier liegen auch die ersten deut-schen Kolonien, welche die Seitentäler dann weiter besamten, hier liegendie Hauptschlösser, die der Feind zuerst erstürmen mußte, wenn er das übrigebewältigen wollte,hier liegt Willendorf, von wo aus der heilige WallfahrtsortMaria-Zeil im Gebirge gestiftet wurde, hier liegen die kleinen Handels-häfen, welche die Bergbewohner des Innern von jeher mit der Welt in Be-rührung setzen, hier an der Donau liegt auch der Ort Weißenkirchen, wodie erste österreichische Rebe gepflanzt wurde, die dann ihre Schößlinge undTriebe durch das ganze Land ranken ließ. Von der Donau her erwarteten dieNachbarn stets ihre Wohltäter, ihre Herrscher, ihre Religionshelden, alles

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