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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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dem Bacchus Altäre errichtet, um sie und ihre Mysterien in fremde Lande zutragen. Aber der Ungarn wilde Schwadronen stürzen über das alles herein,über das alles hinaus, und durch die Donauschluchten brechend, bringen sieTrauer und Wüste wie eine mächtige Flut über die entferntesten Völker.Zwölf Könige der Ungarn reiten herauf zwölf Kaiser der Deutschen mar-schieren hinab und spielen durch Jahrhunderte hindurch das blutige Spielmit den eisernen Würfeln des Krieges. Bald rückten sie ihre Grenzen hinaus,bald wichen sie zurück. Doch mitten zwischen all diesem Schwanken, welchneuer Wechsel, welche mächtigen Klänge, welche frommen Gesänge ? Hundert-tausend und aberhunderttausend Männer, Ritter aus Norden und Westen wallenden Strom in wenigen Jahrhunderten hinab in ferne Zonen, um des ErlösersGrab mit Tränen und Blut zu netzen, und die Ritter der Donau stoßen ihreNachen vom Ufer und schließen dem Zuge sich an, die Clams die Dietrich-steins die Prüschenken die Schweinpöke die Breuner die Sala-burger die Persenberge und wie alle die uralten deutschen Geschlechterhießen, die an diesen Hügeln der Donau einst blühten und jetzt schon zumTeil wie Blumen verwelkt sind, zum Teil noch grünen wie Eichen. Wie reich,wie herrlich diese Fahrten der Kreuzheere nach dem Osten 1 Wie schrecklich,wie furchtbar darauf aber die Antwort des Orients, die er der Donau hinübersendet 1 Die Janitscharen überbringen sie nach Wien. Doch man nimmt sienicht an, man läßt sie nicht ein, und wieder ein paar Blätter des Buches werdenvom Sturme gewendet, und siehe, Deutschland steht siegreich da, gebietend

fast bis zur Mündung des Stromes.--------

Dem Wörther Felsen gegenüber ragen andere hohe Riffe tief ins Wasser her-vor und tragen auf ihrer festen Stirn die Ruine des alten Schlosses Werfen-stein empor. Schon römischer Schutt soll hier mit dem des deutschen Mittel-alters sich mischen.

Die Felsen von Werfenstein schließen sich an die mächtigen Wände undschroffen Abhänge, von denen sie nur ein kleiner Teil sind, und die sich nunin dunkler Enge etwa auf die Länge einer halben Stunde einander gegenüber-stehen. Mitten in dieser Schlucht, die man sich indes immerhin nicht allzuschmal denken darf, schießt der Strom, mit unaufhaltsamer Gewalt sich fort-wälzend, dahin. Einzelne besonders sich auszeichnende Felsen haben eigeneNamen empfangen, so derHausstein", das,.Hasenohr", und andere sind wiedervon Schlössern und Ruinen besetzt, zum Beispiel von den Schlössern Strudenund Sarmingstein. Noch weit über das Kreuz des Wörther Felsens hinaus ragtder Turm der Kirche St. Nicola, mitten in dem Engpaß auf hohem Felsengelegen und weithin den Schutz des heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons derSchiffenden, verheißend. Dieser Kirche zu Füßen, in dem Flecken gleichenNamens, zeigt sich ein altes, schon im Jahre 1144 gestiftetes Hospital für Ver-unglückte und Kranke, die das wilde Wasser hier sonst häufiger als jetztliefern mochte.

Die beim Strudel zusammengepreßten Gewässer empfangen in der Schluchteine solche Richtung, daß ihre Hauptmasse gerade auf den oben genanntenHausstein zuströmt. Sie prallt hier an und wird zurückgeworfen, zugleichaber auch durch die nachfolgenden Gewässer wieder herumgedreht und weiter

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