Einen großen Zug erhält hier die Gegend, besonders durch den Blick insAltmühltal, mit dem hohen, langen Steinrücken auf dessen linkem Ufer.Dann wird das Tal freier, anmutiger, behält durch den Strom aber dochdurchweg etwas Großes, Bedeutendes. Zuweilen treten die Höhen näher anden Strom, da und dort fallen sie in steilen Wänden ab, deren Steinbrüchebei Kapeiberg einst das treffliche Material zum Regensburger Dom lieferten.Rasch wechseln jetzt die Bilder durch die Krümmungen des Stromes, diekleinen Nebentäler, die mannigfaltigen Formen der Hügel und Felsen, unddurch manche Siedelung. Zu kurzer Rast lädt der hübsche Platz vor Abbachein, wo ein stattlicher bayerischer Löwe im Schatten einer großen Felswandruht. Eine monumentale Inschrift an dieser berichtet den Bau der Straßeunter der Regierung Karl Theodors im Jahre 1794.
Ein echt deutsches Strombild bietet sich an den Felsen bei Oberndorf, wennman stromaufwärts gegen Abbach sich wendet. Der Markt mit seiner Haupt-straße ist zwischen die Donau und den Hügel eingeengt, auf dem etwas höherdie Kirche liegt, über der der mächtige runde Burgturm weithin sichtbar ist.Bei Regensburg ändert sich der Charakter der Landschaft. Bis hinab gegen Vils-hofen gewährt das flache, rechte Ufer weite Ausblicke nach Süden, währendsich am linken Ufer Hügel hinziehen, hinter denen die Höhen des BayrischenWaldes aufsteigen, um so stattlicher, je weiter wir stromabwärts kommen.Seine ganze Schönheit offenbart dieser Gegensatz gleich bei der Walhalla.Aus dem majestätischen Säulengang des deutschen Ehrentempels sehen wirnördlich in das Waldtal, aus der südlichen Vorhalle dagegen in die großzügige,weite Ebene. Der Blick aus der Halle des griechischen Tempels nach Südenregt zu tieferem Erfassen der einfachen Schönheit unserer Ebenen an, dieauch die Wahl des griechischen Tempels für diesen Platz berechtigt erscheinenläßt, wenngleich es uns zuerst vorkommt, als ob die bayerischen Kirchtürmeein wenig verwundert zu ihm aufschauten. Die Aussicht aus der westlichenHalle stellt durch den Blick auf die Ruine Donaustauf dem einfachen, klassischSchönen das romantische Ideal gegenüber. Eine unvergleichliche Umgebungfür dieses Denkmal reinen, großen Schönheitssinnes und wärmster Liebe undVerehrung für das deutsche Vaterland.
Mit Bogenberg treten am linken Ufer die Höhen hart an den Strom, und vorder stattlichen, spätgotischen Wallfahrtskirche sieht man südlich weit in dieEbene, nördlich in das scharf gerissene Tal des Bogen, während westlichStraubing liegt, ein wichtiger Zeuge städtischer, und Oberaltaich auch einbedeutender Vertreter klösterlicher Bildung.
Ein Kloster, nämlich Metten, ist auch der nächste kunstgeschichtlich wichtigePunkt des Tales. Auf der anderen Seite der Donau aber liegt, imposant ausder weiten Ebene emporsteigend, auf bewaldeter Höhe die Burgruine Nattern-berg. Wir steigen auf dem tief eingefurchten alten Burgweg im Dickichtjungen Buchenwaldes empor, um vor den Mauern der alten Burg, welche dieSchweden zerstörten, die herrliche Aussicht in die weite Ebene zu genießen,die hier eigenen Reiz durch die Donau und den gegen Norden abschließendenBayerischen Wald erhält, als dessen wichtigen Zugangsort jenseits des Stromes,so hübsch an den Fuß der Berge gelagert, wir Deggendorf liegen sehen. Den
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