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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Vorlanden am Bodensee und dem Oberrhein das Tal hinab in die österrei-chischen Niederlande, oder die Kurfürsten begaben sich mit stattlichem Ge-folge nach Frankfurt, dort den Kaiser zu küren, während die Kaufherren mitihren Waren von den Messen von Frankfurt und Nürnberg heimkehrten.(Guido Görres, Joseph von Görres, 1851.)

DAS OBERE DONAUTAL

Verglichen mit dem Mittelrhein, ist die Donau auf dieser Strecke ein nochjugendlicher Strom. Rasch eilt sie dahin, bei hohem Wasserstande stattlicheFluten wälzend, das für die Schiffahrt brauchbare Rinnsal aber ist meistziemlich eng. Der Haupteindruck ist noch der frischer, jugendlicher Kraftgegenüber dem ruhig gleitenden, die Städte und Länder verbindenden Rhein.Das Tal der Donau hat noch große sumpfige Niederungen und wird noch viel-fach von stattlichen Wäldern begleitet. Wie ehedem, liegt das Zisterzienser-kloster Kaisheim etwas abseits des Verkehres an dem großen Forste, dieBenediktinerklöster dagegen meist an dem Strom, in der Regel ziemlichentfernt von den Städten. Diese Lage der Klöster läßt, da sich ihre Umgebungmeist nicht wesentlich änderte, heute noch rasch die verschiedene kultur-geschichtliche Mission erkennen, die ihre Gründer ins Auge faßten. Eigen-artig wirkt in dem auch gegenwärtig noch höchst bescheidenen Dorfe die feineKunst der kleinen romanischen Kirche, die gerade in dieser Umgebung zeigt,wie die hochgebildete Klosterschule die Kunst aufs Land, selbst in das kleineDorf trug. Es gibt hier noch Ruinen, die nicht oder nur wenig die moderneKultur berührte, kleine Städte, die noch ein klares Bild mittelalterlicherStadtanlage bieten und reizvoll mit größeren kontrastieren, die von einerbedeutenden Vergangenheit erzählen, aber auch von einer tüchtigen Gegen-wart. --------

Alte, zuweilen recht stolze Herrenhäuser und Schlösser sind, wie bei Leipheimoder Günzburg, eine Zierde der Stadt, stehen oft aber auch allein oder beikleineren wie bei größeren Orten, die einst unter ihrem Schutze gediehen.Dies erinnert dann, zumal durch Denkmäler der Pfarrkirche, häufig daran,wie der Adel die Kunst der Stadt dem Lande vermittelte. Wie interessantweisen hier darauf allein schon Namen wie Knörringen, Burtenbach, Weißen-horn, Glött!

Den wirkungsvollsten Gegensatz zu den weitgedehnten Landschaften bildetdie Strecke zwischen Weltenburg und Prüfening, auf der die Donau den Juradurchbricht. Kloster Weltenburg liegt, wohlgeborgen durch die umgebendenHöhen, ganz im Walde versteckt, durch den Strom hart an den Berg gedrängt.Von den waldigen Höhen beider Seiten sieht der Wanderer in die breiteSchlucht, deren steile Wände direkt aus dem Strom aufsteigen. Stets über-raschen neue Bilder der romantischen, enggeschlossenen, an charakteristi-schen Formen reichen Landschaft.

Bei Kelheim erweitert sich das Tal. Auf das Mündungsdreieck von Altmühlund Donau wurde die kleine Stadt gebaut, über welcher der stolze Bau derBefreiungshalle weit in das Stromtal hinein und in das Land hinaus sieht.

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