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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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Granitbänke in dieser Jahreszeit seicht dahin und nach der Brücke zu fließt,welche, im echten guten Sinne gebaut, dem Ganzen eine edle Würde verleiht.Die Statue des Kurfürsten, die hier mit doppeltem Recht steht, so wie dieStatue der Minerva von der anderen Seite, wünscht man um einen Bogenweiter nach der Mitte zu, wo sie am Anfang der horizontalen Brücke, um soviel höher, sich viel besser und freier in der Luft zeigen würden. Allein beinäherer Betrachtung der Konstruktion möchte sich finden, daß die starkenPfeiler, auf welchen die Statuen stehen, hier zur Festigkeit der Brücke nötigsind, da denn die Schönheit wie billig der Notwendigkeit weichen mußte.Der Granit, der an dem Wege heraussteht, machte mir mit seinen Feldspat-kristallen einen angenehmen Eindruck. Wenn man diese Steinarten an soganz entfernten Orten gekannt hat und wiederfindet, so machen sie einen an-genehmen Eindruck des stillen und großen Verhältnisses der Grundlagen un-serer bewohnten Welt gegeneinander. Daß der Granit noch so ganz kurz aneiner großen Plaine hervorspringt und spätere Gebirgsarten im Rücken hat,ist ein Fall, der mehr vorkommt, besonders ist der vom Roßtrapp merkwürdig.Zwischen dem Brocken und zwischen diesen Ungeheuern Granitfelsen, die so weitvorliegen, finden sich verschiedene Arten Porphyre, Kieselschiefer und so weiter.Doch ich kehre vom rauhen Harz in diese heitere Gegend gern und geschwindzurück und sehe durch diese Granitfelsen eine schöne Straße geebnet, ich sehehohe Mauern aufgeführt, um das Erdreich der untersten Weinberge zusammen-zuhalten, die sich auf dieser rechten Seite des Flusses den Berg hinauf, gegendie Sonne gekehrt, verbreiten.

Ich ging in die Stadt zurück und sodann zum Obertore hinaus. Hier hat dieLage und Gegend keinen malerischen, aber einen sehr natürlich schönen An-blick. Gegenüber sieht man nun die hohen, gut gebauten Weinberge, an deren

Mauer man erst hingehen muß, in ihrer ganzen Ausdehnung.-------Die Sonne

machte Licht und Schatten so wie die Farben deutlich, wenige Wolken stiegenauf.

Die Brücke zeigt sich von hier aus in einer Schönheit, wie vielleicht keineBrücke der Welt. Durch die Bogen sieht man den Neckar nach den flachenRheingegenden fließen und über ihr die lichtblauen Gebirge jenseit des Rheinsin der Ferne. An der rechten Seite schließt ein bewachsner Fels mit rötlichenSeiten, der sich mit der Region der Weinberge verbindet, die Aussicht.Gegen Abend ging ich nach der Plaine zu, erst an den Weinbergen hin, dannauf die große Chaussee herunter bis dahin, wo man Rohrbach sehen kann.Hier wird die Lage von Heidelberg doppelt interessant, da man die wohlge-bauten Weinberge im Rücken, die herrliche fruchtbare Plaine bis gegen denRhein und dann die überrheinischen blauen Gebirge in ihrer ganzen Reihe vorsich sieht. (Goethe, Aus einer Reise in die Schweiz, 1797.)

DER RHEINGAU

Wir eilten in die reiche, frohe Natur, indem wir auf der Höhe des Hügels, Wein-berge links, frischgeackerte Fruchtfelder rechts, dem Johannisberg zugingen.Die Grenze des Weinbaues bezeichnet zugleich die Grenze des aufgeschwemm-

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