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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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Die Schweiz hat seit Jahrhunderten wie ein großer Steindamm vorgelegen unddie Fluten des Krieges abgewiesen, darum, während so viele, besonders fran-zösische Überschwemmungen zerstörend über unsere Länder hingegangenund alles mit weggeschwemmt und hingerissen, ist hier still Wasser geblieben,wo nichts von seinem Orte gerückt, selbst die Revolution hat sie im ganzen hierwenigstens nicht viel beschwert. Darum blieb so vieles unberührt, was ander-wärts drunter und drüber gestürzt worden. Ich habe im kleinen Privatgartenhinter dem Hause Kastanien, Buchen, Linden gesehen, die schon Jahrhundertedort gestanden, mitten auf dem Felde habe ich Linden von vier Fuß Durch-messer gefunden, die mit ihrem Schatten ein großes Stück des Ackers un-brauchbar machten, vielleicht zehn Generationen haben den Acker besessen,und keiner hat doch den Baum umhauen wollen, obgleich an seinem Holzezu gewinnen war.

Die Umgegend der Stadt ist recht angenehm, an den kleinen Wassern stehenviele Landhäuser mit Gärten und vielen schattigen grünen, mit Epheu bewach-senen Bäumen. Der Rhein selbst ist meist überall, besonders aufwärts, mit Wei-den, Eichen, Buchen, Fichten, Tannen und Haseln bewachsen, so daß man, weilüberall kein Leinenpfad ist, kaum an ihn herangelangen kann. Hinter derStadt landeinwärts erheben sich kleine Hügel von Nagelflüh, fruchtbar undwohlgebaut. Da hat man von Strecke zu Strecke kleine Gehölze von Laub undNadelholz aufgespart, das nächste das von St. Margarethen, wo man auf Stadtund Land und Fluß hinunter und in das scharfgeklüftete Schwarzwaldgebirgehinübersieht. Jenseits über Klein-Basel sind ähnliche Hügel und auf eineStunde Weges hohe Kalksteinberge. Da hat man unter sich den vielfach ge-wundenen Strom, gegenüber der hügelige Sundgau und Saßgau, die große zehnStunden breite Pforte nach Frankreich hinüber zwischen den Wällen der Vo-gesen, die man bisVesoul und Langres verfolgen kann, und dem Jura, der sichin flachen schartigen Rücken gegen Neuenburg hinzieht. Auf dem Hörnli überBasel ist besonders der Blick in das obere Rheintal gar schön. Unter der Stadt,zwei Stunden und mehr, auf dem Berg bei Emeldingen, ist die schöne, frucht-bare, begrünte Ebene, der Rhein mit seinen Inseln und der bewaldete Jura garanmutig zu sehen. Dieser Jura selbst ist gar schön und dicht bewachsen, hatschöne Täler und eine ganze Reihe Schlösser auf den Hügeln. Ich habe sehrviele Sonnenuntergänge hier gesehen. Meistens ist nur der mittlere Raumzwischen den beiden Gebirgen heiter, da die Wolken an ihnen denselben Zugwie die Gewitter zu halten scheinen. Eben darum weil die Aussicht in dieWeite dadurch etwas beschränkt wird und die Schneeberge selten sichtbarsind, wird das Lichtspiel um so schöner, und die Vogesen durch die Ferneselbst wie ein Gewölk geworden, scheinen kaum dicht genug zu sein, um dieSonne ordentlich zu verhüllen.

In dem Winkel hier herum am Rheinübergang hat sich allerhand Volk zu-sammengedrängt und ist dort sitzen geblieben, so daß Märkte und andere Ge-legenheiten, wo viele Leute zusammenkommen, recht merkwürdig, der Ge-sichter wegen, sind. In der Nähe sitzen die Sundgauer, das ist ein vollblutiges,hitziges, heftiges Volk, gleich zum Zuschlagen bereit, dabei versteckt, denenman daher hier in ihren fleischfarbenen oder mennigroten Röcken nicht viel

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