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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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am östlichen Seitenchor mit seinen vier kleinen und drei großen Nischen fürdie christlichen Tugenden und Heiligenbilder, durch verzierte Platten aufkleinen Säulchen ruhend getrennt, das Holzschnittartige der kleinen Figurenund das Magere der größeren, die schief geschlitzten und weit gesperrten Augen,die kreuzweise übereinander geschürzten Tuniken, die eckige Beugung derEllbogen mit Bezeichnung aller Adern auf den Händen, das Ägyptische in derStellung der doppelten Reihen von Personen über der Türe, die gewundenenoder vierfach verwachsenen Säulchen und die Kapitale aus ineinanderge-wundenen Tiergestalten, die bandförmig verflochtenen Verzierungen um dierunden Bogen, alles sieht aus wie ein Bild einer Bibel der Merowingischen Zeitund wie die griechischen Mosaiken. Die Vorderseite ist in demselben größten-teils noch ganz reinen Stile recht angenehm und in schönen Verhältnissen ge-baut, und der Ritter St. Georg, auf dem Rosse der Heymonskinder, wie er denDrachen tötet, auf der einen und St. Martin, wie er dem Bettler den Mantelreicht, auf der andern Seite, gibt dem sonst nüchternen Ganzen ein phan-tastisches Ansehen. Nach oben geht es dann ganz allmählich und durch dieTürme vom rechten zum linken immer steigend ins Gotische über, aber einsolches, das allzu kompakt und eng geschlossen im ganzen keinen ange-nehmen Eindruck macht. Man sieht, es hat bei dem ganzen Bau eine richtigeund vorsichtige Berechnung der Kräfte zugrunde gelegen, man hat nicht mehrangefangen, als man zu bestreiten gewußt, und so ist das Ganze, wenn auch

etwas eng und herb, doch fertig geworden.--------

Das Rathaus ist auch noch ganz im unverkümmerten gotischen Stile, außenmit Bogenwerk, krausen Zinnen mit den Schilden der Eidgenossenschaft anihnen und Türmchen verziert, inwendig ein viereckiger Hof rundum umbaut,inwendig und auswendig mit Bildern aus der Bibel von Hans Bock, HolbeinsNachfolger, gemalt. Recht hübsche alte Brunnen sind auch noch hier zu sehen,besonders der auf dem Fischmarkt, ein anderer mit dem Bauerntanze, den ichirgendwo im Holzschnitte gesehen. Dicht daneben läßt sich auch die erste Hälftedes vorigen Jahrhunderts mit den geschwollenen Steinungeheuern und denRocaillengeranken erblicken und andere mit kleinen runden Kuppeln auf rö-mischen Säulchen. In der Stadt selbst liegt hinter der Leonhardskirche untereiner alten, an die Mauer angebauten Burg, aus dem 14. Jahrhundert etwa, dieRuine einer noch älteren, Leineck genannt, die man beide seither noch immerin Ruhe gelassen. Die Häuser haben meist ein gutes, massives Ansehen, ent-weder oben Zinnen mit Bogen unterbaut, oder das schweizerische, drei Fuß vor-stehende Dach, an der Unterseite ehemals meist bemalt, jetzt nur sauber mitÖlfarbe angestrichen, was viel besser schließt, als unsere nur schmal vorsprin-genden Steildächer. Die Fenster, meist alle in alter Weise: ein oder zweigrößere über zwei kleine Seitenfenster vorspringend, oder auf sechs dicht neben-einander zwei große unter vier kleine abwechselnd verteilt, die Fenstersteineoft mit Säulchen verziert, immer wenigstens gehohlkehlt, in den Fenstern, wieselbst am Rathause, noch häufig die runden Scheiben, und unten meist ausEisen solid und zierlich geschmiedete, vortretende Gerämse, oben aus Holzfleißig geschnitzte Guckkasten, die Tür oft im Spitzbogen und alle Ecken undDurchzüge meist in Quadersteinen fest gefügt.

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