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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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man wird leicht in Eisschründe verschlungen und vom Stoß des wachsendenGletschers unter Eis und Felsenschutt nach mehreren Geschlechtsaltern end-lich starr hervorgesenkt. So liegt alles Erdreich bis an den Gemmi begraben,der Gemmi steht nackend, wie verwittert, Giftkraut ist hier fast erfreulich,weil es doch sein Pflanzenleben hat. Von der Höhe des Daubensees und vondem Engstelenalpgletscher führt an einer kahlen Felsenwand ein langer Pfad,oft von den Felsen gebrochen, oft von Wassern gehöhlt, hinab nach Adel-boden. Zwischen dem langen Eistal und jenen Ufern des Thunersees, in denBergen, welche dort am Niesenhorn und Stockhorn, westwärts in geringerenHöhen gegen den Lenanischen See enden, liegt das Oberland, eine unglaublicheMenge neben- und ineinander laufender Täler, wo die Saue, die Simme, dieKander, der Engstelenbach und beide Lutschinen, aus vielen Bächen groß, denwilden, ungleichen Strom und Runs, jegliche aus ihrem Tal, in die Aare oder denThuner See führen. So hoch in das Gebirg, als Gras fortkommen mag, wohnenHirten und Herden. (Johannes von Müller, Die Geschichten SchweizerischerEidgenossenschaft, 1786.)

BASEL IM KRANZ VON VOGESEN, SCHWARZWALD UND JURA

Mein Haus steht auf Quaderstücken mitten im Rheine, der immer noch hell,scharf und schnell in unaufhörlichen Wirbeln und Strudeln an mir vorüber-eilt, nachdem er durch die vierzehn Joche der schönen breiten Brücke nahe-bei durchgerauscht und gerade gegen mir über einen brausenden Bach oderKanal aus den Wiesen aufgenommen. Vor meinen Fenstern liegt Klein-Basel,dahinter das schöne blaue Gebirg des Schwarzwaldes mit seinen Gipfeln, demblauen Feldberg und Bölchen, hinter denen, etwas tiefer ins Land hinein, dieDonau entspringt. Links habe ich Hüningen mit einem Stücke der Vogesen,rechts das Rheintal mit den ausgefressenen Scharten des Jura und im Halb-kreise der Stadt den Chor des Münsters unter Bäumen und die zwei altenTürme bei der Brücke, mit denen Basel angefangen, dicht dabei die Treppe, woSt. Ursula mit den elftausend Jungfrauen heraufstieg, als sie auf der Rhein-fahrt hier angelangt. Die Stadt selbst besteht aus drei Städten ineinander ein-geschachtelt. Die innerste und älteste ist nicht größer als Koblenz, längs demRheine noch mit ihren alten Mauern und Türmen umgeben. Darum liegt einezweite Stadt aus späterer Zeit um jene hergebaut, wieder mit Mauern undTürmen, Wällen, Gräben und Bastionen versehen. Um diese wieder hat sichnun die dritte angesetzt in mehreren Vorstädten, die längs allen Hauptstraßenins Feld hinausgehen. Was ich von dem altertümlichen Charakter der Stadtgesagt, gilt hauptsächlich von jener ersten, da die anderen eben wie alle mo-dernen Städte aussehen. Jener Altstadt ist, wie man sieht, der eigentlicheStock der Bürgerschaft größtenteils treu geblieben, und da alles von Anfangherein solid gebaut gewesen, so hat sich das meiste noch bis auf diesen Tag er-halten. In der Mitte der Stadt steht das Münster auf einem hohen Damme mitQuadern in den Rhein gebaut, der mit aller Gewalt hier anschlägt und dieFundamente unterhöhlt, weswegen auch früher der erste Chor eingestürzt.Das jetzige, am Anfange des elften Jahrhunderts gebaut, ist ganz im da-maligen sogenannten romanischen Stüe, ohne alle Vermischung. Das Portal

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