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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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noch dürr stehen, wann er aber zu grünen anhebt, wird die gräßliche Schlachtbald eintreten, und wann er Früchte trägt, wird sie anheben. Dann wird derBayerfürst sein Wappenschild daran hängen und niemand wissen, was es zubedeuten hat. (Julius Braun, Historische Landschaften, 1867.)

DAS BERNER OBERLAND

Die Natur des Landes machte einen Unterschied. Wenn man von Bern Uecht-land hinaufzieht, erheben sich auf beiden Seiten des Tals der Aare viele Burg-halden und nicht unbeträchtliche Berge, zwischen welchen aus lieblichen Tälernviele befruchtende Wasser hervorfließen. Bei Thun steht ein See, bei hundert-undzwanzig Klafter tief und wie fast alle helvetischen Wasser stürmisch. DieBerge des östlichen Ufers laufen an den großen Stock der hohen Alpen, imWesten wälzen unter dem Namen der Kander viele vereinigte Alpenwasserunglaubliche Lasten von Sand und Steinen daher, wodurch sie längs dem Ein-gang der Täler ein Feld aufhäufen. Voran am Gebirg stellt sich das Stockhorndar, Markstein der Alpen gegen das niedrigere Uechtland, 6767 Fuß über dasMeer. An seinem Fuß fließt aus den Tälern ihres Namens die Sibne. Jenseitsder Sibne sieht man das Niesenhorn aus einer finsteren Waldung das zuge-spitzte Haupt bei achtzig Fuß über Stockhorn erheben, meist aus einem Wol-kenkranz emporsteigend. An seinem Fuß führt die Kander aus Frutigentalund Kandersteig die wilden Wasser hervor. Von dem Niesen steigt aus dem Seeund jenem Schuttfeld ein sanfter Berg, der Abendberg, anmutig auf, die Wel-len brechen an seinem Fuß, die Herden grasen seinen Rücken, er endigt, fastwo der See, in einem lebhaft grünen Tal. Durch dieses wallt in mächtigenFluten die Aare in den Thuner See aus dem von Brienz. Der Brienzer See füllteinen sehr tiefen Abgrund am Fuß hoher Berge. Je näher man den hohenAlpen kommt, um so mehr dringt in die Gemüter ein ungewöhnliches Gefühlder Größe der Natur, der Gedanke ihres den Anfang des menschlichen Ge-schlechts um unzählbare Jahrtausende übersteigenden Alters und ein gewisserEindruck von unbeweglich-fester Gründung bringt auf das melancholischeGefühl des Nichts unserer körperlichen Form, zugleich erhebt sich die Seele,als wollte sie höheren Adel toter Größe entgegensetzen. In diesen Gedankenkommt man in das Oberhosli Tal und am schaudervollen Rand finsterer Tiefenauf gebrochenen, zerrissenen Pfaden, steigend und staunend, aus dem Bodender Fruchtbäume den Tannenwald hinauf durch den gelben Enzian zu Arfelnund Bergrosen, zum Serenbaum, zu den würzhaften, aber niedrigen Blumender Schafweide, bis an steilen Wänden ungetreuer, glatter Wasen Grenze scheintfür die Nahrung des Viehes und für die Neugier des Menschen, sintemal überdemselben unermeßliche Schneelasten die lebende Natur unterjochen undjahrtausendaltes Eis Jungfrauhorn, Finsteraarhorn, Wetterhorn, Schreck-horn, Vieschaarhorn, einsame Firne dieses Alpenstockes, verhüllt. Aus einemEisgewölbe ergießt sich die lautere Aare. So weit, breit und hoch das Augeblickt, ist Eis, tief in der Kluft blinken die größten Kristalle, kaum flieht hiereine Gemse, und wohnt in dem Fels unzugänglich ein Lämmergeier, die Men-schen haben ein paar Pfade, sonst ist ganze Tagreisen keine Spur des Fußes,

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