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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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somit den individuellen Zustand modifizieren, aber der allgemeine Typus desLebens behauptet sich, wie verschieden auch diese Einwirkungen sein mögen,wenn sie nur im allgemeinen das Bestehen des Lebens gestatten. So bildetsich der Embryo in allen seinen Organen aus, wenn er nur innerhalb desmütterlichen Körpers einen hinlänglichen Raum findet, und auf gleiche Weisegeht der Mensch nach der Geburt durch die bestimmten Lebensalter hindurch,wie verschieden auch immer die Nahrung, die Beschaffenheit der Atmosphäreund andere Einwirkungen sein mögen.

Wenn die schaffende Naturkraft das individuelle Leben als ein Nachbild desWeltorganismus erzeugt, so muß dasselbe auch in einem organischen Zu-sammenhange mit diesem und namentlich mit den ihm zunächst liegendenGliedern desselben stehen. Vermöge dieser Harmonie der Welt findet derOrganismus außer sich, was er braucht. Er und seine Umgebung sind gegen-seitig füreinander eingerichtet, so daß diese sein Leben ergänzt und die äußernBedingungen seines Bestehens und seiner Ausbildung abgibt. Im Fruchthälterfindet der Embryo innerhalb seines Eies ein sicheres, weiches, warmes, vonNahrungssaft strotzendes Lager, in welchem er sich frei entwickeln kann,und ebenso sind für ihn die Geburtswege vorbereitet, auf welchen er nachgewonnener Reife zum selbständigen Dasein geführt wird. Nach der Geburtfindet er seine Nahrung in den Brüsten und seine Pflege in der Liebe derMutter gesichert, und auf gleiche Weise entspricht die Außenwelt den Bedürf-nissen und Kräften des Lebens während seines ganzen Verlaufs. Wie dieAtmosphäre mit der Organisation genau übereinstimmt und die sich dar-bietenden Nahrungsmittel den Kräften der Verdauungsorgane angemessensind, so findet der Sinn in den äußern Gegenständen eine Befriedigung seinesBedürfnisses, der Verstand in den Erscheinungen eine Verwirklichung seinerGesetze, die Vernunft im Zusammenfassen der Erscheinungen eine Bestätigungihrer Ideen, die Seele in der Natur einen Widerschein ihres eigenen Wesens.So hegt die Außenwelt das individuelle Leben als Glied des allgemeinen Lebens,überall ergänzend, anregend, das Bewußtsein und alle Kräfte weckend unddie gesamte Entwicklung fördernd. In demselben Sinne steht auch das Lebenin einer gewissen Übereinstimmung mit der Weltzeit, so daß es wechselweisenach außen oder nach innen sich kehrt, wie die Hemisphäre des Planeten

der Sonne zu- oder abgewendet ist.--------

Wenn das Leben ein Abbild des unendlichen Weltorganismus im Endlichenist, so muß es, da Raum und Zeit die unzertrennlichen Formen der Endlichkeitsind, auch in beiden Formen als organisch sich darstellen. Wie daher dieverschiedenen Organe und die an ihnen wirkenden lebendigen Kräfte in ihrerGesamtheit den Begriff des Organismus im Räumlichen und Gleichzeitigenverwirklichen, so legt sich auch im Laufe des Lebens das auseinander, was indessen Begriffe enthalten ist, so daß jedes Lebensalter einen Teil dieses Be-griffes verwirklicht, dieser selbst aber nur durch alle zusammengenommenzur vollen Wirksamkeit gebracht wird. Der Lebenslauf ist demnach einOrganismus in der Zeit. Die verschiedenen Lebensalter greifen als die Gliederdieses Organismus ineinander und vereinen sich zu einem Gesamtergeb-nisse. -------Am deutlichsten tritt dies Verhältnis vor unsere Augen bei einigen

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