gegeben als das innere Gewebe und der Umfang der Teile nimmt schnellerzu als ihre Dichtigkeit und Schwere, wie denn der erwachsene Mensch nochnicht viermal größer ist, aber zwanzigmal mehr wiegt als das neugeborne Kind.Wenn die materielle Bildung, zum Beispiel des Gehirns und der Zeugungs-organe, der eigentümlichen Kraftäußerung vorausgeht, so findet sie auchfrüher ihre Grenze, während die Kraft noch steigt. — Der eine Teil hat gleichvon Anfang an einen bedeutenden Umfang und wächst hierauf langsamer,so daß er dann im Verhältnis zu den übrigen Teilen nicht mehr so groß ist,wie ehedem. So beträgt die Größe des Kopfes bei dem einmonatlichen Embryodie Hälfte der ganzen Körperlänge, bei dem fünfmonatlichen |, bei derGeburt ^, nach zwei Jahren y, nach fünf Jahren f, nach Beendigungdes Wachstums endlich j oder J, und so wachsen auch wieder die ein-zelnen Teile des Kopfes in eigentümlichen Proportionen, indem zum Beispieldas Gesicht im Verhältnis zum Hirnschädel anfangs sehr klein ist und dannmehr als dieser an Umfang zunimmt. — Wie die Zeugungskraft unbeschadetdes Lebens im hohen Alter erlischt, so beenden auch einige Organe ihrenLebenslauf früher als die übrigen und scheiden zu bestimmten Zeiten ausdem Kreise des lebendigen Daseins. Dieses Absterben beginnt schon imMutterleibe und setzt sich in der Kindheit und Jugend fort: bei dem Em-bryo verschwinden die Halskiemen, die Wolfschen Körper und die Allantoisim zweiten Monate, die Darmblase im dritten, die Pupillarhaut im achten,die Wollhaare im neunten, bei der Geburt fangen die Nabelgefäße an zuverschrumpfen, während ein bisher wesentliches Organ, der Fruchtkuchen,samt den Eihäuten abgeworfen wird, um das siebente Jahr fallen dieMilchzähne aus, und um die Zeit der Mannbarkeit verschwindet ein früherbedeutendes Organ in der Brusthöhle, die Thymus. Wenn im hohen Alter dieergrauten Haare und die abgenutzten Zähne nach dem Erlöschen ihrer Leben-digkeit nur noch mechanisch mit dem Körper zusammenhängen und teilweiseausfallen, so ist demnach ein solches Absterben dem letzten Zeiträume desLebens nicht ausschließlich eigen.
Die Metamorphose überhaupt bezeichnet den Wechsel der Formen, unterwelchen ein und dasselbe Wesen im Laufe der Zeit erscheint, und so bleibtdenn auch das Leben bei allen seinen Umgestaltungen immer dasselbe undverfolgt unausgesetzt die ihm ursprünglich innewohnende Richtung. Daes sich überall durch Selbstbestimmung charakterisiert, so enthält es auchden Grund seines Wandels in sich selbst und geht dabei seinen bestimmten,nicht vom Zufalle veranlaßten Gang. Seine ganze Metamorphose, die Entfal-tung neuer, sowie das Schwinden bisheriger Bildungen und Kräfte, beruhtauf einem innern Grunde. Da es aber nur ein Nachbild des sich unbedingtselbst bestimmenden Weltorganismus innerhalb gewisser Schranken ist, sobedarf es zu seinem Bestände und Wechsel einer angemessenen Umgebung,nämlich des Mutterleibes vor der Geburt und der Außenwelt nach derselben.Diese passende Umgebung ist indes bloß die äußere Bedingung, unter welcherder innere Grund der Metamorphose sich betätigen kann, nicht das Wirkendeselbst. Sie kann, je nachdem sie beschaffen ist, mehr oder minder förderndauf das gesamte Leben oder auf einzelne Richtungen desselben wirken und
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