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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Bild- und Bauwerken zu beseelen. Endlich verbreiteten sich aus dem Orient,aus der Wüste zumal, wo Sonne und Gestirne durch reine Luft beständigungetrübt strahlen und funkeln, fromme Begeisterung sich häufiger regtund Sehergabe leichter sich entzündet, verklärtere Religionen und durch sieeine merkliche Milderung der Sitten. Selbst vor wenig länger als tausendJahren brachten uns noch die Araber aus Indien die scharfsinnigste Erfin-dung nach der Lautschrift, nämlich unsere neuen Zahlenzeichen und dieKunst, ihren Rang in der Dezimalordnung durch den Stellenwert zu bestimmen.(Oskar Peschel, Völkerkunde, 1874.)

POLARMENSCHEN

In beiden Weltteilen gibt es eine Menschenart, die den äußersten Norden,gewöhnlich nur jenseits des sechzigsten Grades, bewohnt, von kleiner untersetzterStatur, mit großem Kopf, breitem Gesicht, kleinen Nasen und Augen, hervor-stehenden Jochbeinen, gelbbrauner Farbe und schwarzem, schlichtem Haar.Ungeachtet dieser gemeinschaftlichen Bezeichnung aber finden wir unsereLappländer und die Samojeden in dem nordwestlichen Asien von den Grön-ländern und Eskimos des andern Weltteils so wesentlich an Bildung, Sprache,Sitten und Lebensweise verschieden, daß es uns nicht einfallen kann, dieletzteren aus Europa nach Grönland hinüberwandern zu lassen. Die kleinenMenschen unseres Weltteils bilden Hirtenvölker, deren einziges zahmes Vieh,die Rentiere, ihnen Nahrung und Kleidung geben und zugleich zum Zugegebraucht werden. Unbegreiflich wäre es daher, wenn sie bei ihrer Wande-rung in eine Weltgegend, wo sie das Rentier ebenso häufig, wie in ihremVaterlande in Herden von Zehntausenden erblicken mußten, nicht alsobalddie alte Lebensweise fortgesetzt, diese Tiere eingefangen, vor ihre Schlittengespannt, gezähmt und zu allen Bedürfnissen des Lebens angezogen hätten.Die Polarmenschen in Amerika sind aber lediglich Küstenbewohner, sie lebenvom Fisch- und insbesondere vom Walfischfange und sind mit dem Aufenthaltim Wasser und seinen Gefahren so vertraut, daß sie gewissermaßen Am-phibien genannt zu werden verdienten. Die südlichsten Punkte, wo man siegefunden hat, sind: an der Westseite von Amerika die Gruppe der Fuchs-inseln, die zwischen 52° und 54° nördlicher Breite liegt, und an der Ostseitedie Insel Neufundland, die sich bis zum 50. Grade nördlicher Breite nachSüden erstreckt. Zwischen diesen beiden Punkten bewohnen sie die Küstendes Eismeeres, des Landes Labrador und der Halbinsel Grönland, nebst denUfern der Baffinsbay und des nördlichen Teils der Hudsonbai.Die Kälte ist diesen Polarmenschen so angemessen, daß sie den Aufenthaltin einem milderen Klima nicht lange vertragen. Der beschleunigte Umlaufder Säfte in ihrem kleineren Körper erhält den höheren Grad der Wärmedarin, welcher sie instand setzt, gegen den furchtbarsten Grad des Frostesbeinahe unempfindlich zu sein. Ihre phlogistische Nahrung, die aus Walfisch-fett, faulem Fleisch und faulen Fischen besteht, ist in jenen nordischen Län-dern nicht nur nicht gefährlich, sondern vermehrt ebenfalls ihre innereWärme, während das Fett, womit sie sich beschmieren, die Ausdünstung

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