einen Seite ebenso bestimmt und vielseitig an die Welt der Tiere, und zwarzunächst der Säugetiere, als auf der andern, einzig unter allen Wesen dersichtbaren Schöpfung, an eine Welt des Geistigen, deren erste Anfänge undgeöffnete Pforten im Geist des Menschen gefunden werden und hier demtiefer denkenden Sinne einen Blick in das dem leiblichen Auge unsichtbareObere und das von der Gegenwart verhüllte Künftige tun lassen. Wenn wirzunächst nur den leiblichen Menschen betrachten, so wird dieser scheinbarein geringes Vorrecht vor den angrenzenden Geschlechtern der Säugetierebesitzen. Die Übergänge von der äußeren Gestalt des Affen und ihrem innerenBaue scheinen nahe und leicht. Es wird dem Äußeren nach der Mensch vomOrang-Utang weniger verschieden gefunden, als der Elefant vom Rhinozeros,und dennoch beginnt von einer anderen Seite mit dem Menschen auf einmaleine so ganz verschiedene, neue, eigentümliche Stufe des inneren Seins undinneren Lebens, als es etwa die der plötzlich aus dunkler Glut hervorbrechen-den leuchtenden Flamme gegen den Zustand der bloßen Rauch erzeugen-den Erwärmung ist.
Der Mensch ist am wenigsten unter allen lebendigen Wesen unserer Sicht-barkeit auf ein einzelnes Land oder auf eine besondere Höhe des Bodens be-schränkt. Er nennt nicht nur, wie der Affe, das üppige, dem trägen Genießenergebene Land der Wendekreise oder wie das Rentier und der Eisbär denstillen, ernsten Norden oder wie die nur reine Gebirgsluft atmende Gemseund der Adler die Felsenwarte der Alpen seine Heimat, sondern seine Brustatmet aus der Luft der Gebirgshöhen ebenso wie aus jener der niederen Meeres-küste fröhliches Behagen, sein Leib gehet beugsam und gewandt durch dieverzehrende Hitze der Wendekreise ebenso unverletzt und gesund hindurch,als durch die, selbst den einheimischen Vogel tödlich lähmende Kälte desPolarkreises. Der Mensch ist mithin kein Wesen, das diesem oder jenemLande oder Boden, sondern ein Wesen, das der ganzen Erde angehöret.Aber diese nur für die Erde gültige Allgemein- und Weltbürgerart wäre nochkein ausschließendes Eigentumsrecht des Menschen; denn abgesehen von demWalfisch, welcher unter der deckenden Hülle des Meeres die heiße Linieebenso leicht durchwandert, als die äußersten, dem Wasser zugänglichenTiefen der Pole, so trotzt der zum Menschen gewöhnte Hund ebenso kühnwie sein Herr dem Wechsel der Polarkälte und der Glühehitze der mohrischenSandwüste, begleitet den Jäger ebenso munter zur Jagd der Gemse in dieRegion des ewigen Schnees und der leichten Alpenluft, als zur Jagd des Sümpfeliebenden Ebers, herunter in die schwere Luft der tieferen Ebene, und selbstdas Schaf und das Schwein, sowie noch etliche Haustiere ziehen mit demMenschen, von dem Wechsel des Luftkreises und des Sonnenstandes nur wenigangefochten, von einer neu gewählten Heimat in die andere.Der eigentümliche, höhere Rang des Herrschers der Erde wird mithin auchschon im Äußerlichen, durch einen andern, höheren Weltbürgerblick be-zeichnet. Der Mensch allein unter allen ihm etwa im Äußeren ähnlichenWesen siehet und bemerket nicht bloß die Nahrung und das Getränke, derender tierische Bauch zur Sättigung begehrt, oder andere auf der Erde weilendeGegenstände der leiblichen Lust und Furcht, sondern sein nach oben gekehrtes,
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