Unterschenkels, wodurch der Fuß ganz gerade gestreckt werden kann, dieVerschiedenheit der Hände und Fußplatten, auf welchen letzteren der Schenkelscheitelrecht stehet, sowie die Stellung der Augen nach vornen.An der aufrechten Menschengestalt ist auch sonst alles nach sinnvollstemMaß und Zahlenverhältnis angeordnet. Das Haupt mit dem zunächst zuihm gehörigen, bis zur Mitte des Halses gehenden Apparat der Stimme er-scheint als Siebenteil der ganzen Länge und erinnert hierdurch an jenesnach altem Gesetz geweihte Siebenteil der Woche, welches zur Ruhe undstillen Beschauung bestimmt ist. Denn in der Tat wird erst beim Menschendas Haupt zum ruhenden Sabbatsteile des Leibes, welcher von den niederenArbeiten der andern Glieder vollkommen befreit ist. Seine zarten, verhältnis-mäßig schwachen, weit zurückstehenden Kinnladen können nicht wie derSchnabel des Vogels oder die Kinnladen des Säugetiers zum Fassen undHalten der Beute oder zum Abrupfen der Kräuter gebraucht werden, sondernsind nur fähig, die von den Händen für sie bereitete Speise aus diesen fertigund mühelos hinzunehmen. Übrigens fehlen dem Haupte des Menschen allejene Verteidigungswaffen oder jenes Vorragen der Teile, wodurch diese zumWühlen, Tasten oder rüsselartigen Umfassen fähig werden, und sein kleinerMund, seine gar nicht vorstehenden Eckzähne machen ihn zum Beißen vielungeschickter, als selbst den menschenähnlichsten Affen.Am Leibe des Menschen sind alle Gegensätze aufs vollkommenste entwickelt.Jenem der Länge, bei welchem das Haupt als vollkommen Oberstes über denandern Teilen schwebt, sowie jenem zwischen dem Vorn und Hinten hältdie Entwicklung der beiden Seiten ein vollkommenes Gleichgewicht, undaußer jenen bereits erwähnten Zügen, an welche die aufrechte Stellunggeknüpft ist, sind die beiden Hälften des Gehirns nach den Seiten hin vollerund kräftiger entwickelt, als bei allen anderen Tieren, so daß der Gesamt-umriß des Hirnes rund wird und alle innern Teile desselben weniger als irgend-wo bloß in der Richtung der Länge, sondern ebensosehr nach jener der Breitezusammengeordnet sind. Wenn sich schon beim Affen durch die Stellungder Augen der nun am Kopf vollkommen entwickelte Gegensatz zwischenvorn und hinten andeutet, so wird indes auch dieser beim Menschen mit demGegensatz der beiden Seiten in ein besseres Gleichgewicht gestellt; denn diebeim Affen häßlich genäherten Augen treten da unter der hohen breitenStirne weiter auseinander, während das Ohr mehr in die Mitte des Schädelsrückt. Endlich so tritt selbst das Gesicht, welches bei dem Vorwalten desGegensatzes der Länge am Säugetiere schnauzenartig über die Linie derStirn hinausraget, bei dem Menschen zurück und gibt den Teilen des Kopfesjenes Ebenmaß und Wechselverhältnis, worauf Schönheit und geistvollerAusdruck des Antlitzes gegründet sind. Es gehet übrigens die Entgegensetzungbeider Hälften bis ins Innerste des Menschenleibes hinein, und der eine Mittel-punkt seiner Lebenskräfte — das Herz —, auf eine vollkommene Polaritätdes Rechts und Links hindeutend, liegt nicht, wie bei andern Tieren, in derMitte, sondern mehr links, hierbei schief auf dem Zwerchfell, die Spitze nach
links gekehrt, aufstehend.--------
Der Mensch grenzet durch seinen Leib und dessen niederes Bedürfnis auf der
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