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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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fordert, die die bildende Mutter also, um dem Geschöpf eine untragbareSchwere zu ersparen, mit Luft anfüllte. Das große Gehirn liegt nicht oberhalbdem kleinen und drücket dasselbe nicht durch seine Schwere, die trennendeMembrane steht senkrecht. Die zahlreichen Nerven des Tieres wenden sichgroßenteils zu den feinern Sinnen, und der Rüssel allein empfängt derselbensoviel als sein ganzer ungeheurer Körper. Die Muskeln, die ihn bewegen, ent-springen an der Stirn. Er ist ganz ohne Knorpel, das Werkzeug eines zartenGefühls, eines feinen Geruchs und der leichtesten Bewegung. In ihm alsovereinigen sich mehrere Sinne und berichtigen einander. Das geistvolle Augedes Elefanten, das auch am untern Augenlide dem Menschen und sonstkeinem Tier gleicht, Haare und eine zarte Muskelbewegung hat, hat alsodie feinern fühlenden Sinne zu Nachbarn, und diese sind vom Geschmack,der sonst das Tier hinreißt, gesondert. Was bei andern, zumal fleischfressen-den Tieren, der herrschende Teil des Gesichts zu sein pflegt, der Mund, isthier unter die hervorragende Stirn, unter den erhöhten Rüssel tief herunter-gesetzt und beinah verborgen. Noch kleiner ist seine Zunge. Die Waffender Verteidigung, die er im Munde trägt, sind von den Werkzeugen derNahrung unterschieden. Zur wilden Freßgier ist er also nicht gebildet. SeinMagen ist einfach und klein, so groß die Eingeweide sein mußten: ihn kannalso wahrscheinlich nicht, wie das Raubtier, der wütende Hunger quälen.Friedlich und reinlich liest er die Kräuter, und weil Geruch und Mund von-einander getrennt sind, braucht er dazu mehr Behutsamkeit und Zeit. Zueben der Behutsamkeit hat ihn die Natur im Trinken und in seinem ganzenschweren Körperbau gebildet. Dem Menschen gleich sind die Verhältnisseseiner Lebensalter, zu wachsen, zu blühn, zu sterben. Wie edel hat die Naturdie tierischen Schneidezähne in Hauzähne verwandelt! und wie fein mußdas Organ seines Gehörs sein, da er die menschliche Rede in feinen Unter-scheidungen des Befehls und der Affekte versteht. Seine Ohren sind größerals bei einem andern Tier, dabei dünn und nach allen Seiten gebreitet,ihre Öffnung liegt hoch, und der ganze dennoch kleine Hinterkopf des Tieresist eine Höhle des Widerhalls, mit Luft erfüllt. So wußte die Natur die Schweredes Geschöpfs zu erleichtern und die stärkste Muskelkraft mit der feinstenÖkonomie der Nerven zu paaren: ein König der Tiere an weiser Ruhe undverständiger Sinnesreinheit.

Der Löwe dagegen, welch ein anderer König der Tiere! Auf Muskeln hates die Natur bei ihm gerichtet, auf Sanftmut und feine Verständigkeit nicht.Sein Gehirn machte sie klein und seine Nerven so schwach, als es dem Ver-hältnis nach selbst die Nerven der Katze nicht sind, die Muskeln dagegendick und stark und setzte sie an ihren Knochen in eine solche Lage, daßaus ihnen zwar nicht die vielfachste und feinste Bewegung, aber desto mehrKraft entstehen sollte. Ein eigner großer Muskel, der den Hals erhebt, einMuskel des Vorderfußes, der zum Festhalten dient, ein Fußgelenk dicht ander Klaue, diese groß und krumm, daß ihre Spitze nie stumpf werden kann,weil sie nie die Erde berührt: solche wurden des Löwen Gaben. Sein Magenist lang und stark gebogen, das Reiben desselben und also sein Hunger mußfürchterlich sein. Klein ist sein Herz, aber zart, und weit die Höhlen desselben,

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