sich ganz nach Art junger Hunde, spielen lustig miteinander und katzbalgenzuweilen unter lautem, auf weithin hörbarem Geheul und Gekläff. Die Wölfinbehandelt sie mit aller Zärtlichkeit einer guten Hundemutter, beleckt undreinigt sie, säugt sie sehr lange, schafft reichliche, dem jeweiligen Stande desWachstums entsprechende Nahrung für sie herbei, ist fortwährend ängstlichbestrebt, sie nicht zu verraten, und trägt sie, wenn ihr Mißtrauen erregt wurdeoder Gefahr droht, im Maule nach einem anderen ihr sicher dünkenden Orte.(Brehms Tierleben, Dritte Auflage, 1890/1893.)
DAS ARABISCHE PFERD
Nach allgemein gültigen Anforderungen der Araber muß das edle Pferd insich vereinigen: ebenmäßigen Bau, kurze und bewegliche Ohren, schwereaber doch zierliche Knochen, ein fleischloses Gesicht, Nüstern „so weit wieder Rachen des Löwen", schöne dunkle, vorspringende Augen ,,an Ausdruckdenen eines liebenden Weibes gleich", einen gekrümmten und langen Hals,breite Brust und breites Kreuz, schmalen Rücken, runde Hinterschenkel, sehrlange wahre und sehr kurze falsche Rippen, einen zusammengeschnürtenLeib, lange Oberschenkel „wie die des Straußes es sind", mit Muskeln „wiedas Kamel sie hat", einen schwarzen, einfarbigen Huf, eine feine und spärlicheMähne und einen reichbehaarten Schwanz, dick an der Wurzel und dünngegen die Spitze hin. Es muß zeigen viererlei breit: die Stirn, die Brust, dieHüften und die Glieder, viererlei lang: den Hals, die Oberglieder, den Bauchund die Weichen, und viererlei kurz: das Kreuz, die Ohren, den Strahl undden Schwanz. Diese Eigenschaften beweisen, daß das Pferd von guter Rasseund schnell ist, denn es ähnelt dann in seinem Baue „dem Windhunde, derTaube und dem Kamele zugleich". Die Stute muß besitzen: „den Mut unddie Kopfbreite des Wildschweins, die Anmut, das Auge und das Maul derGazelle, die Fröhlichkeit und Klugheit der Antilope, den gedrungenen Bauund die Schnelligkeit des Straußes und die Schwanzkürze der Viper".Ein Rassepferd kennt man aber auch noch an anderen Zeichen. Es frißtbloß aus seinem Futterbeutel. Ihm gefallen die Bäume, das Grün, der Schat-ten, das laufende Wasser, und zwar in so hohem Grade, daß es beim Anblickedieser Gegenstände wiehert. Es trinkt nicht, bevor es das Wasser erregt hat,sei es mit dem Fuße oder sei es mit dem Maule. Seine Lippen sind stets ge-schlossen, die Augen und Ohren immer in Bewegung. Seinen Hals wirft eszur Rechten und zur Linken, als wollte es sprechen oder um etwas bitten.Ferner behauptet man, daß es nun und nimmermehr sich paare mit einem
seiner Verwandten.--------
In den Augen der Araber ist das Pferd das edelste aller geschaffenen Tiere,genießt daher fast dieselbe Achtung wie ein vornehmer, größere als ein ge-ringer Mann. Bei einem Volke, welches einen weiten Raum unseres Erdballsspärlich bevölkert, welches ungleich weniger an der Scholle klebt als wirAbendländer, dessen Hauptbeschäftigung die Viehzucht ist, muß das Roßnotwendigerweise zur höchsten Würdigung gelangen. Das Pferd ist demAraber notwendig zu seinem Leben, zu seinem Bestehen. Er vollbringt mit
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