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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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von ihrem Hauptfeinde erlangt haben. Für gute Hunde aber scheint es keingrößeres Vergnügen zu geben als die Wolfsjagd, wie ja überhaupt die Hundesich dadurch auszeichnen, daß sie gerade die gefährlichste Jagd am liebstenbetreiben. Schwer begreiflich oder doch merkwürdig ist, daß der Haß zwi-schen zwei so nahen Verwandten, wie Hund und Wolf es sind, so groß werdenkann. Ein scharfer Hund, welcher auf eine Wolfsfährte gesetzt wird, vergißtin seinem Jagdeifer alles und ruht nicht eher, als bis er seinen Feind amKragen hat. Dann achtet er keine Verwundung, nicht einmal den Tod seinerGefährten. Noch sterbend sucht er sich an dem Wolfe festzubeißen. Dochnehmen keineswegs alle Hunde eine Wolfsfährte auf, viele kehren im Gegen-teil sofort um, wenn sie den verhaßten Wolf wittern.An die Rindviehherden wagt sich gewöhnlich kein Wolf, weil die Gesamtheitsich gleich über ihn hermacht und ihn mit den Hörnern zu spießen sucht.Er trachtet nur danach, abgesonderte Rinder oder Kälber zu erlegen, undspringt diesen ebenso an die Kehle wie dem Pferde. Schwächere Haustieresind verloren, wenn sie nicht rechtzeitig einen sicheren Zufluchtsort erreichenkönnen, und der Räuber folgt ihnen auf seiner Jagd durch Sumpf und Moor,ja selbst durch das Wasser.

Der Wolf gibt dem Fuchse an Schlauheit, List, Verschlagenheit und Vorsichtnicht das geringste nach, übertrifft ihn vielmehr in allen diesen Stücken. Inder Regel benimmt er sich den Umständen angemessen, überlegt, bevor erhandelt, und weiß auch in bedrängter Lage noch den rechten Ausweg zufinden. Eine Beute beschleicht er mit ebensoviel Vorsicht wie List, selbstgejagt, kommt er äußerst bedachtsam herangetrabt. Sein Geruch, Gehör undGesicht sind gleich vortrefflich. Es wird behauptet, daß er nicht bloß spüre,sondern auch auf große Strecken hin wittere. Ebenso versteht er genau,welchem Tiere eine Fährte angehört, die er zufällig auf seinen Streifereiengefunden hat. Er folgt dieser dann, ohne sich um andere zu bekümmern.Seine Feigheit, seine List und die Schärfe seiner Sinne zeigt sich bei seinenÜberfällen. Er ist dabei überaus vorsichtig und behutsam, um ja seine Freiheitund sein Leben nicht aufs Spiel zu setzen. Niemals verläßt er seinen Hinter-halt, ohne vorher genau ausgespürt zu haben, daß er auch sicher sei. Mitgrößter Vorsicht vermeidet er jedes Geräusch bei seinem Zuge.Bei älteren Wölfen beginnt die Ranzzeit Ende Dezember und währt bis MitteJanuar, bei jüngeren tritt sie erst Ende Januar ein und währt bis MitteFebruar. Die liebesbrünstigen Männchen kämpfen dann untereinander aufTod und Leben um die Weibchen. Nach einer Trächtigkeitsdauer von 63 bis64 Tagen, welche also der unserer größeren Hunderassen genau entspricht,bringt die Wölfin an einem geschützten Plätzchen im tiefen Walde 3 bis 9,gewöhnlich 4 bis 6 Junge zur Welt. In Kurland wählt sie zu ihrem Wochen-bette erhabene, dicht mit Holz bestandene Stellen in den großen Morasten,welche nicht leicht von Menschen oder Weidevieh betreten und von denJägern Traden, das heißt Aufenthaltsorte der Wölfe, genannt werden. Im SüdenEuropas wölft sie in selbstgegrabenen Löchern unter Baumwurzeln oder auchwohl in einem erweiterten Fuchs- und Dachsbaue. Die Jungen bleiben auf-fallend lange blind, wachsen anfänglich langsam, später sehr rasch, betragen

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