und vernichtet fast alle Hasen seines Gebietes, greift dagegen größeres Haus-vieh wohl nur ausnahmsweise an. — —
Ganz anders tritt er im Herbste und Winter auf. Jetzt umschleicht er dasdraußen weidende Vieh ununterbrochen und schont weder große noch kleineHerdentiere, die wehrhaften Pferde, Rinder und Schweine nur dann, wennsie in geschlossenen Trupps zusammengehen und er sich noch nicht in Meutengeschart hat. Mit Beginn des Winters nähert er sich den Ortschaften mehrund mehr, kommt bis an die letzten Häuser von St. Petersburg, Moskau undanderen russischen Städten, dringt in die ungarischen und kroatischen Ort-schaften ein, durchläuft selbst Städte von der Größe Agrams und treibt inkleineren Flecken und Dörfern regelrechte Jagd, zumal auf Hunde, welcheein ihm sehr beliebtes Wild und im Winter die einzige in der Nähe der Dörferleicht zu erlangende Beute sind. Zwar verabsäumt er keineswegs, sich aucheine andere Gelegenheit zunutze zu machen, schleicht sich ohne Bedenkenin einen Stall ein, dessen Tür der Besitzer nicht gehörig verschlossen, springtsogar durch ein offen stehendes Fenster oder eine ihm erreichbare Luke hin-ein und würgt, wenn er seinen Rückzug gedeckt sieht, alles vorhandeneKleinvieh ohne Gnade und Barmherzigkeit. Doch gehören solche Einbrüchedes frechen Räubers in Viehställe immerhin zu den Seltenheiten, währendalle Dorfbewohner der von ihm heimgesuchten Gegenden allwinterlich einenguten Teil ihrer Hunde einbüßen, ebenso wie der Wolfsjäger regelmäßig imLaufe des Sommers mehrere von seinen treuen Jagdgenossen verliert. Jagtder Wolf in Meuten, so greift er auch Pferde und Rinder an, obgleich diese
sich ihrer Haut zu wehren wissen.--------Immer und überall aber hütet er
sich solange wie irgend möglich, mit den Menschen anzubinden. Eine vomHunger gepeinigte, blindwütende Wolfsmeute wird gelegentlich auch Men-schen, selbst wehrhafte Erwachsene, anfallen, töten und auffressen, so schreck-lich aber, wie man sich vorstellt, sind die Gefahren nicht, welche Bewohnerder Länder bedrohen, in denen Wölfe hausen. Einzelne Wölfe wagen sichschwerlich jemals an einen kräftigen Mann, und wäre er auch nur mit einemKnüppel bewaffnet, es müßten dann besonders ungünstige Umstände zusam-mentreffen, wehrlose Weiber und Kinder mögen mehr gefährdet sein.Bei seinen Jagden verfährt der Wolf mit der List und Schlauheit des Fuchses,von dessen Eigenschaften er gelegentlich auch noch eine andere, die Frech-heit, an den Tag legt. Er nähert sich einer ausersehenen Beute mit äußersterVorsicht, unter sorgfältiger Beobachtung aller Jagdregeln, schleicht lautlosbis in möglichste Nähe an das Opfer heran, springt ihm mit einem geschicktenSatz an die Kehle und reißt es nieder. An Wechseln lauert er stundenlangauf das Wild, gleichviel ob es ein Hirsch oder Reh oder in Dauriens Steppenein in den Bau geschlüpftes Murmeltier ist. Einer Fährte folgt er mit un-trüglicher Sicherheit. —- —
Es ist kein Wunder, wenn die gefährlichen Tiere, zumal da, wo sie in Mengeauftreten, nicht nur unter den Menschen, sondern auch unter den TierenAngst und Schrecken verursachen. Die Pferde werden in hohem Grade un-ruhig, sobald sie einen Wolf wittern, die übrigen Haustiere, mit Ausnahmeder Hunde, ergreifen die Flucht, wenn sie nur die geringste Wahrnehmung
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