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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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annimmt, hütet sich nur, solange der Hunger ihm irgendwie es gestattet,sich sehr bemerklich zu machen. Wenn er nicht durch das Fortpflanzungs-geschäft gebunden wird, hält er sich selten längere Zeit an einem und dem-selben Orte auf, schweift vielmehr weit umher, verläßt eine Gegend tage- undwochenlang und kehrt dann wieder nach dem früheren Aufenthaltsort zu-rück, um ihn von neuem abzujagen. In dicht bevölkerten Gegenden zeigt ersich nur ausnahmsweise vor Einbruch der Dämmerung, in einsamen Wälderndagegen wird er, wie der Fuchs unter ähnlichen Umständen, schon in denNachmittagsstunden rege, schleicht und lungert umher und sieht, ob nichtsfür seinen ewig bellenden Magen abfalle. Während des Frühjahrs und Som-mers lebt er einzeln, zu zweien, zu dreien, im Herbste in Familien, im Winterin mehr oder minder zahlreichen Meuten, je nachdem die Gegend ein Zu-sammenscharen größerer Rudel begünstigt oder nicht. Trifft man ihn zuzweien an, so hat man es in der Regel, im Frühjahre fast ausnahmslos, miteinem Paare zu tun, bei größeren Trupps pflegen männliche Wölfe zu über-wiegen.

Einmal geschart, treibt er alle Tagesgeschäfte gemeinschaftlich, unterstütztseine Mitwölfe und ruft diese nötigenfalls durch Geheul herbei. Gesellschaftlichtreibt er sein Umherschweifen ebensogut, als wenn er einzeln lebt, folgtGebirgszügen, wandert über Ebenen, durchreist, von einem Walde zumanderen sich wendend, ganze Provinzen und tritt deshalb urplötzlich in Gegen-den auf, in denen man ihn längere Zeit, vielleicht Jahre nacheinander, nichtbeobachtet hatte. Erwiesenermaßen durchmißt er bei seinen Jagd- undWanderzügen Strecken von 40 bis 70 km in einer einzigen Nacht. Nichtselten, im Winter bei tiefem Schnee ziemlich regelmäßig, bilden Wolfsgesell-schaften lange Rotten, indem die einzelnen Tiere, wie die Indianer auf ihremKriegspfade, dicht hintereinander herlaufen und, wie es von den Luchsenbekannt, möglichst in dieselbe Spur treten, so daß es selbst für den Kundigenschwer wird zu erkennen, aus wie vielen Stücken eine Meute besteht. GegenMorgen bietet irgendein dichter Waldesteil der wandernden RäubergesellschaftZuflucht, in der nächsten Nacht geht es weiter, bisweilen auch wieder zurück.Gegen das Frühjahr hin, nach der Ranzzeit, vereinzeln sich die Rudel, unddie trächtige Wölfin sucht, nach bestimmten Versicherungen glaubwürdigerJäger, meist in Gesellschaft eines Wolfes, ihren früheren oder einen ähnlichenStandort wieder auf, um zu Wolfen und ihre Jungen zu erziehen.Der Schade, welchen er durch seine Jagd anrichtet, würde, obschon immerbedeutend, so doch vielleicht zu ertragen sein, ließe er sich von seinem un-gestümen Jagdeifer und ungezügelten Blutdurste nicht hinreißen, mehr zuwürgen, als er zu seiner Ernährung bedarf. Hierdurch erst wird er zur Geißelfür den Hirten und Jagdbesitzer, zum ingrimmig gehaßten Feinde von jeder-mann. Während des Sommers schadet er weniger als im Winter. Der^Waldbietet ihm neben dem Wilde noch mancherlei andere Speise: Füchse, Igel,Mäuse, verschiedene Vögel und Kriechtiere, auch Pflanzenstoffe. Von Haus-tieren fällt ihm daher jetzt höchstens Kleinvieh, welches in der Nähe seinesAufenthaltsortes unbeaufsichtigt weidet, zur Beute. Unter dem Wilde räumter entsetzlich auf, reißt und versprengt Elche, Hirsche, Damhirsche, Rehe

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