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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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TIERSPIEL

Obgleich der Iltis, wenn er in Ruhe gelassen wird, den ganzen Tag schläft,so kann er doch auch im Notfalle am Tage recht munter sein und fährt,wenn man ihn neckt, zischend und laut kneffend auf einen los und beißtgewaltig, was ich aus Erfahrung behaupten kann. Höchst lustig war es, wennich einen Iltis in den Stall meines Fuchses brachte. Der Fuchs, der nachseinem Fleische gar nicht leckert und es, wenn der Iltis tot ist, nicht einmalfressen mag, kann doch gegen den lebenden seine Tücke nicht lassen. Erschleicht heran, liegt lauernd auf dem Bauche, plötzlich springt er zu, wirftden Ratz über den Haufen und ist schon weit entfernt, wenn jener sich wiedererhebt und mürrisch die Zähne wetzt. Jetzt kommt er wieder, der Ratzspringt ihm laut kneffend mit weitem Sprunge entgegen, der Fuchs weichtaus und versetzt ihm in dem Augenblicke, wo er vom Sprunge zu Bodenfällt, einen Biß in den Rücken, hat aber schon wieder losgelassen, ehe jenersich rächen kann. Jetzt streicht er von fern im Kreise um den Ratz, der sichimmer nach ihm hindrehen muß. Endlich schlüpft er an ihm vorbei und hältden Schwanz nach ihm hin, der Ratz gedenkt dem Schwanz mit grimmigemZahne eins zu versetzen, aber er irrt sich, der Fuchs hat ihn schon eiligstweggezogen, und der Ratz beißt in die Luft. Jetzt tut der Fuchs, als ob erihn gar nicht mehr beachte. Der Ratz wird ruhig, schnuppert umher undbeginnt an einem alten Knochen oder einem Kaninchenschenkel zu nagen.Das ist dem bösen Feind ganz recht, auf dem Bauche liegend kommt er näher,seine Augen funkeln, List, Spott und Bosheit spiegeln sich zugleich in seinenMienen, die Ohren sind gespitzt, die Zähne bloß, der Schwanz in sanft wedeln-der Bewegung. Plötzlich springt er zu, packt den schmausenden Ratz beimKragen, schüttelt ihn tüchtig, läßt ihn fallen und verschwindet. Das ist demRatz nicht recht, er wühlt sich, um nicht länger geschabernackt zu werden,unter das Stroh und sucht nach unten einen Ausweg. Vergebens. Der Fuchsist wieder da, schnuppert auf dem Stroh, betastet es leise mit den Füßen, beißtplötzlich durch und fährt dann schnell zurück. Ein solches Spiel, wobeiübrigens weder der eine, noch der andere Schaden leidet, ist über die Maßenunterhaltend und der Jubel der versammelten Zuschauer grenzenlos. (HaraldOthmar Lenz, Schlangenkunde, 1832.)

DER WOLF

Der Wolf hat etwa die Gestalt eines großen, hochbeinigen, dürren Hundes,der langhaarige Schwanz hängt bis auf die Fersen herab, die Schnauze er-scheint im Verhältnis zu dem dicken Kopf gestreckt und spitzig, die breiteStirn fällt schief ab, die Augen stehen schief, die Ohren immer aufrecht. DerPelz ändert ab nach dem Klima der Länder. In den nördlichen Ländern istdie Behaarung lang, rauh und dicht, am längsten am Unterleibe und an denSchenkeln, buschig am Schwänze, dicht und aufrechtstehend am Halse undan den Seiten, in südlichen Gegenden im allgemeinen kürzer und rauher.Die Färbung ist gewöhnlich fahlgraugelb mit schwärzlicher Mischung, welchean der Unterseite lichter, oft weißlichgrau erscheint.

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