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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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und Gewinde dieser Blumen sich um ihre Nacken schlangen, spielte sogardie Rose als Gewürz eine wichtige Rolle, und Rosenspeise durfte auf der

Tafel nie fehlen.--------

Aber nicht nur bei des Lebens Freudenfesten wurde die Rose reichlich ver-wandt, auch bei der ernsten Totenfeier galt sie, die Blume der Vergänglichkeit,als schönste Liebesgabe. Bis in das fernste Altertum hinein reicht die Sitte,Abgeschiedene durch Rosen zu ehren. Schon Homer läßt Aphrodite denLeichnam des Hektor mit Rosenöl und Myrthen salben. Dem Toten bekränzteman das Haupt mit Rosen, Rosengirlanden umhingen Bahre und Scheiter-haufen. Als Zeichen der Trauer um Verstorbene trug man Rosen um Brustund Stirn. Auf die Grabmäler Verstorbener legte man Kränze, auf das Grabstreute man Blumen und pflanzte Rosen darauf. Scheuchte doch die Rosevom Toten die Verwesung. Das sagt nicht nur der Dichtermund, das warallgemeiner Volksglaube." (Heinrich Zeise, Kleine Bilder aus dem Natur-leben, 1888.)

STUFEN DES TIERISCHEN LEBENS

Ein von außen beschauendes Auge glaubet allerdings in dem Leben des voll-kommeneren Tieres einer Unruhe und Unbeständigkeit zu begegnen, vonwelcher das stille Leben der Pflanze nichts weiß. Es ist dort ein beständigesHeimkehren und nach kaum erlangter Heimat ein Wiederhinauseilen desunbeständigen Lebens, ein Hinausstoßen des vorhin erst Begehrten und Ge-liebten und ein neues Wiederaufnehmen des vorhin noch Fremden undUngeliebten.

Liehe mir nicht und überließe mir in jedem Augenblicke des Atmens einallgemeines Belebbares seinen Leib und nähme im Ausatmen den meinen den sterbenden hinweg, so wäre das Band, was die ursprünglich ver-schiedenen Elemente einet und zusammenhält, zerrissen und der Kreislaufdes Lebens geschlossen.

Das mit dem Gewand der alten Mutter überkleidete Leben leuchtet und lebet,von innen nach außen, von Ost nach West gehend, solange die belebbareBasis ihm standhält, und alsdann, wenn jene entweicht, kehrt es, immertreu und dasselbe, zu dem alten Punkte des Begegnens und Überkleidenszurück und beginnt den belebenden Gang von neuem.

Der Kreislauf des Blutes und des Lebens im vollkommneren Tiere, beständigvon innen nach außen und von außen wieder nach innen, ist ein Abbildjenes beständigen Genommenwerdens und Nehmens, in welchem hienieden

das Wesen und Bestehen des Lebens begründet ist.--------

Wenn wir jene Tierlein der Aufgüsse, welche freilich mehr die letzten Aus-gänge des verklingenden Lebens sind, als seine untersten und ersten Anfänge,betrachten wollen, so wird bei diesen nur noch ein tierisches Anziehen derverwandten Nahrung durch alle Punkte der Oberfläche, von außen nach innen,und ein Abstoßen und Zerteilen der gleichartig gewordenen Masse, aus dembis zu einem gewissen Maße angewachsenen größeren in viele kleinere ge-funden. Das ganze Tierlein in seinem dem Auge sichtbaren Umrisse ist ein

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