Der Anführer der Leser, der nachsehen muß, daß nichts zurückbleibt, daßdie Kolonne in einer gleichen Distanz vorrückt und immer gut alliniert bleibt,daß Pursche und Mädchen nicht zu viel schäkern, daß fleißig Trockenbeerenausgelesen werden, die er von Zeit zu Zeit absammelt — diesen nennen sieihren Palir.
Unter allen Arbeiten in der Welt, die eigentlich Arbeit sind, geht vielleichtkeine mit besserem Willen und mit froherem Mut vonstatten als diese!(Franz Sartori, Naturwunder des österreichischen Kaisertumes, 1807/1809.)
ROSEN IN DER ANTIKE
Die Griechen entbehrten der Wohlgerüche nicht, und bei festlichen Gastmahlenund Symposien wurde die Tafel mit wohlriechenden Blumen, Rosen beschüttet.Die Gäste wurden mit Kränzen von Blumen, Kräutern oder Laub umwunden,welche mit Bändern oder mit der Rinde des Lindenbaumes gebunden undgeziert waren. Man begnügte sich übrigens nicht, nur den Kopf zu bekränzen,
sondern hing auch Blumengewinde um Hals und Brust.--------
Die Rosen waren bei den Griechen und Römern bekannt und beliebt. Herodoterzählt uns von Rosen im Garten des Midas, dem Sohn des Gordias vonPhrygien, welche sechzig Blätter hatten, sich von selber verbreiteten und einenherrlicheren Duft aushauchten, als alle anderen. Die Römer schmücktensich und ihre Häuser bei festlichen Gelegenheiten mit Rosen. Lukulluswendete fabelhafte Summen auf, um zu jeder Jahreszeit eine Fülle vonRosen zu besitzen.
Zur Zeit der Republik ließ man bei Gastmahlen in den mit Falernerweingefüllten Pokalen Rosenblättchen schwimmen. Bei den Wettfahrten zu Bajäpflegte die ganze Oberfläche des Lukrinersees mit Rosen bestreut zu sein.Nero ließ bei seinen Festgelagen durch Öffnungen in der Decke einen Regenvon Rosen über seine Gäste ausgießen. Heliogabal trieb dies noch weiter,er ließ mehrere seiner Gäste buchstäblich in diesem Blumenregen ersticken.
Die Sybariten schliefen auf Kissen, die mit Rosenblättern gefüllt waren.-------
Auch der Tyrann Dionys schlief auf Rosenkissen. Er ließ sich auf seinenReisen auf einer Bahre tragen, die von einer mit Rosenblättern gefülltenMatratze bedeckt war, dabei umwand ein Rosenkranz sein Haupt und Rosen-girlanden schlangen sich um seinen Nacken. Über der Bahre war ein mit Rosendurchflochtenes Netz ausgespannt, deren süßer Duft von dem Reisenden ein-gesogen wurde. Bei den Festen, welche Kleopatra dem Antonius gab, warder Boden des Saales bis zur Tiefe einer Elle mit Rosen bedeckt — ein Beweis,daß das erlauchte Paar mehr der Ruhe pflegte, als auf- und abwandelte, waswohl auf solchem Teppich etwas beschwerlich gewesen wäre.Wenn sich Nero im Hause eines römischen Bürgers zu Gaste lud, begnügteman sich übrigens keineswegs mit dem Blumenluxus, der Wirt durfte auchdie beträchtliche Ausgabe nicht scheuen, seinen Springbrunnen mit Rosen-wasser zu speisen. Während unzählige Strahlen die duftige Flüssigkeit ent-sandten, während Rosenblätter den Boden bedeckten, die Kissen füllten,auf denen die Gäste ruhten, Rosenkränze sich um die Schläfen der Gäste
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