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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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den dichten Moosfilz zusammengehalten wurden. Kaum war ein Verhau über-wunden, so stellte sich wieder ein neuer entgegen, und nach halbstündiger An-strengung aller Kräfte hatten wir nicht viel über hundert Klafter Wegs zu-rückgelegt. Gleichwohl befanden wir uns schon in einer völlig neuen Gegend,offenbar, weil uns die überstiegenen Lagerholzmassen den Rückblick auf denSteig abschlössen. Noch einige hundert Schritte, und wir waren nicht nur un-bewußt voneinander abgekommen, sondern hatten auch ungeachtet der ge-spanntesten Aufmerksamkeit einer wie der andere gänzlich die Orientierungverloren.

Zum ersten Male machte mir der Wald, sonst der trauteste Freund meinerschönen wie meiner schmerzlichen Stunden wahrhaftig bange. Mit klopfen-dem Herzen und zurückgehaltenem Atem harrte ich voll Angst, aber vergeblichauf den Ruf unseres Führers.

Um nicht vielleicht noch weiter vom Steige abzukommen, ließ ich mich aufeinen bemoosten Baumstamm nieder und beschloß geduldig das Rufen abzu-warten, das dann doch endlich erfolgen mußte. Ich zog die Uhr, sie wies aufein Viertel auf Eins. Draußen schien wie ich mich später überzeugte dieSonne im hellsten Mittagsglanze. Aber nicht ein Strahl dieser heißen August-sonne drang in das ewige Dunkel, noch störte er die unwandelbare feuchteKühlung unter dem hohen Laubgewölbe dieses Forstes. Schwermütig starrteich in seine düsteren, schattenlosen Säulenhallen, welche grau auf grün undwieder grau sich nach allen Seiten ins Endlose zu erstrecken schienen.Alle Bewegung schien weit und breit erstorben, es schwirrte kein Vogel, esflatterte kein Schmetterling, und selbst die Lüfte, welche hoch oben die Baum-gipfel in sanften Schwingungen wiegten, drangen nicht mehr in den Bereichder Schäfte herab. Lautlose Stille rings umher, desto mehr schreckte plötzlichder schneidende Schrei eines einsamen Spechtes und ein andermal das geister-hafte Knurren zweier sich reibender windbewegter Schäfte. Keine Spurmenschlichen Waltens milderte den bangen Eindruck dieser schauerlichen Öde.Ich wußte, daß ich nicht fern sein könnte von meinen Freunden, und gleich-wohl übermannte mich das Gefühl drückendster Einsamkeit, unwidersteh-liches Bangen. (Josef Wessely, Die österreichischen Alpenländer und ihreForste, 1853.)

WEINPFLEGE UND WEINLESE

Ein Naturerzeugnis, das in der Welt das einzige und beste dieser Art ist undin seiner wahren Qualität nicht nachgeahmt werden kann, das beliebt istund gesucht wird, eine Lage für das Auge, welche die mannigfaltigsten Reizein sich vereinigt, ein Boden, der alles trägt, eines der schönsten Klimate desErdzirkels, zwei große Flüsse, ein Volk, das Kern und Geist hat wie vieleGegenstände, um glauben zu dürfen, daß Tokay ein Tempel wärel Man mußbezaubert werden, wenn man es von außen sieht, so reizend ist die Gegendund die Aussicht 1 Es ist nicht zu beschreiben, welchen prächtigen Anblickman hat, wenn man auf der Tokayer Brücke steht oder auf einer von denAnhöhen des Berges. Aber wie erschrickt man nicht, wenn man hineinfährt 1Bei trockenem Wetter machen die ungleichen Massen von Steinen, die teils

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