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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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seiner Kraft zerrissener Stamm mit seiner ganzen markigen tiefgrünen Be-nadelung, daneben der rindenlose bleiche Schaft eines heimgegangenen, in sichzusammengebrochenen Altvaters, astlos mit geknicktem Gipfel, wieder danebenund darunter die Überreste früherer Generationen, dicht mit grünem Moos-filze mannigfacher Schattierung überzogen, in allen Stadien der Verwesung.Wo Stämme über den einzigen Pfad geworfen wurden, welcher sich durch dieseWildnis windet, hat man Stufen in die Schäfte gehauen, auf daß man sie über-schreiten könne, denn es hätte eines Ungeheuern Kraftaufwandes bedurft, sieaus dem Wege zu räumen. Etwa in der Mitte des Forstes trafen wir auf eineneben gestürzten Fichtkoloß. Der sechsfüßige Schaft lag gleich einem Wall querüber den Steig, die Größten unter uns vermochten nicht über ihn herüberzu-schauen. Die gewandte Jugend hieb umsonst ihre Bergstöcke (Griesbeile) ein,um sich im kühnen Satze hinaufzuschwingen, sie mußte endlich dem Alterfolgen und den Baum umgehen.

Merkwürdig ist die Fülle neuer Vegetation, welche sich auf den alten Lager-stämmen entwickelt. Ein dichter Pelz des üppigsten Mooses überzieht sie nachallen Seiten, darin finden die fallenden Baumsamen vortreffliches Keimbettund in dem darunter sich bildenden Humus die jungen Pflänzchen geeignetenBoden. So haben in den Leichen der hingeschwundenen BaumgenerationenMillionen nachwachsender Pflänzlinge Wurzel geschlagen und streben nun-mehr rüstig zu den spärlichen Lichtlöchern hinan, welche diese Leichen durchihren Sturz in das hohe Laubgewölbe des riesigen Forstes schlugen. Aufeinigen solchen Baumkadavern fanden wir mehrere Hundert neuer Fichtenund einzelne davon schon zu ansehnlichen 6070jährigen Reideln erwachsen.Die moosbedeckten Lagerschäfte eignen sich gegenüber dem mit einer dickenSchwarte überzogenen Erdboden so vorzüglich für den neuen Nachwuchs,daß dieser oft auch nur auf diesen erscheint. Vielen alten Horsten sieht mandiese Entstehungsweise jetzt noch an; denn sie stehen in den geraden Linien deslängst vergangenen Schaftes da, auf welchem sie ursprünglich gekeimt haben. Nicht selten trifft man auch Altstämme, deren Wurzelknoten mehrereFuße über dem Boden stehen. Sie sind eben auf starken Baumleichen ent-standen, ihre Wurzeln haben dann über die Seiten dieser letzteren in den Erd-boden hinabgegriffen, und weil der von ihnen umfaßte Schaft in der Folge ganzzusammenfaulte, so stehen sie nunmehr mit einem Teile der Wurzeln in derLuft.

Ohne Unterlaß zog es uns vom Steige ab, den wir verfolgen sollten. Dieses Ein-dringen in die anscheinend noch unbetretene Wildnis hatte einen unnennbarenReiz, dem keiner zu widerstehen vermochte, es war das Gefühl, welches diegroßen Weltumsegler bewegt haben mag, als sie neue Erdteile entdeckten.Aber was war im Grunde unser Vordringen! Wenige Schritte, und gewaltigeLagerholzmassen traten uns entgegen. Mit ungeheurer Anstrengung schwan-gen wir uns über einen oder den anderen Schaft hinüber, mühsam durch-krochen wir anderwärts die Gipfel oder zwängten uns zwischen dem Bodenund dem Schaft durch; öfters sprangen wir auf ein dichtbemoostes Stamm-stück, aber es brach unter uns ein und wir versanken bis über die Knie in Holz-moder. Es waren das völlig vermooste Schäfte, welche nur noch durch

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