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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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jene bestehen, und es zeigt sich hierbei jene ursprüngliche Richtung ebensounsterblich, als die ewige, schaffende Ursache, welche sie gegeben.Ein Licht, welches, immer dasselbe, unveränderlich fest an seinem Ortestehet, lasset seine Strahlen durch die geöffneten Tore der Zeit in das untere,leblose Dunkel hereinfallen. Es bleibt den Strahlen dieselbe Richtung, solangejene Öffnungen nicht verschlossen sind. Einzelne Arten und Geschlechter,wie dies die Geschichte unseres Planeten gezeigt hat, konnten aussterbenund von der Erde verschwinden: die Öffnung, durch welche das unsterblicheLicht hereindrang, hat sich verschlossen, dieses aber, über der Scheidewanddes Dunklen und Hellen stehend, bleibet unverändert dasselbe.Es ist die Zeugung eine gerade wie der Lichtstrahl von oben nach untengehende Richtung der oberen, belebenden Gewalt, deren Weg, wie jener desLichtstrahls, nur wenig durch den Widerstand des Mediums, in welches erhineingeht, gebrochen und von seinem Wege abgebogen werden kann. Die Ver-änderungen, denen die Arten unterworfen sind, erscheinen in sehr enge Gren-zen eingeschlossen. Seit den letzten Jahrtausenden blieben die in der freien Naturbestehenden dieselben, und als bei der großen Katastrophe das die Strahlenbeugende Medium ein anderes wurde, hat sich nicht die Richtung bloß eines,sondern aller Strahlen mehr oder minder merklich verändert: fast alle Arten derDinge sind seit dieser Zeit um etwas anders geworden als sie vorhin gewesen.Allerdings hat ihnen allen ein und dasselbe Leben sein Abbild aufgedrückt,und in ihrer Mannigfaltigkeit erscheinen sie alle als derselbe Name, in ver-schiedenen Sprachen und Zungen genannt. Und wenn man bei jenem oftgebrauchten Bilde stehenbleiben will, in welchem die Arten und Geschlechterder Wesen mit den verschiedenen Teilen und Gliedern eines organischen, voneiner allbelebenden Seele bewegten Leibes verglichen werden, so erscheinendie Arten und Geschlechter als eine dem Leben von der ihm entgegenstehendenunteren Welt abgedrungene Rückwirkung: als Berührungspunkte beider Weltennach allen Seiten hin, aus denen das obere Leben wie aus geöffneten Quellenherabströmt. (Gotthilf Heinrich Schubert, Allgemeine Naturgeschichte, 1826.)

EINZELWESEN UND GESCHLECHTERFOLGE

Es fällt in die Augen, daß das menschliche Leben, sofern es Vegetation ist,auch das Schicksal der Pflanzen habe. Wie sie, wird Mensch und Tier auseinem Samen geboren, der auch als Keim eines künftigen Baums eine Mutter-hülle fordert. Sein erstes Gebilde entwickelt sich pflanzenartig im Mutter-leibe, unsere Lebensalter sind die Lebensalter der Pflanze, wir gehen auf,wachsen, blühen, blühen ab und sterben. Ohn unseren Willen werden wirhervorgerufen und niemand wird gefragt: welches Geschlechts er sein, vonwelchen Eltern er entsprießen, auf welchem Boden er dürftig oder üppigfortkommen, durch welchen Zufall endlich von innen oder von außen er unter-gehen wolle? In alle diesem muß der Mensch höhern Gesetzen folgen, überdie er so wenig als die Pflanze Aufschluß erhält, ja, denen er beinah widerWillen mit seinen stärksten Trieben dienet. Solange der Mensch wächst undder Saft in ihm grünet: wie weit und fröhlich dünkt ihm die Welt! Er streckt

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