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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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sein. Die Nacht durch und den folgenden Tag (13. Juli) hielten die Erd-erschütterungen mit gleicher schwankender, von Osten nach Westen gehenderBewegung an. Da das Haus, welches der Verfasser bewohnte, in Rücksichtdes Vesuvs in derselben Richtung stand, so vernahm er deutlich ein hohlesGetöse wie einen entfernten Donner zwischen sich und dem Berge und fol-gerte daraus, daß die Erderschütterungen durch etwas veranlaßt werdenmüßten, das im Innern des Vulkans vorgehe. Montags, den 15. Juli um10 Uhr des Abends, ließ sich eine neue Erschütterung spüren, die stärker warals alle vorhergehenden. Der Verfasser hörte das Eisen an seinem Bettgestelleklirren, die Jalousien an seinem Fenster sprangen auf, das Haus zitterte,und ein fürchterliches unterirdisches Brüllen, wie aus einer tiefen Höhlekommend, ertönte in seinen Ohren. Zugleich war ihm der Kopf von einemflüchtigen Schwefeigeruche eingenommen, die Luft war entzündet und inder heftigsten Bewegung. Blitze folgten schnell aufeinander, und für diesesMal schien es, als wenn der Vesuv etwas anderes zeigen würde, als bloßenRauch. Einige Minuten darauf wurde der Verfasser durch das fürchterlicheKrachen einer Explosion erschreckt. In dem nämlichen Augenblicke stürztesich eine Menge Volks auf die Straßen mit dem Geschrei, daß der Vesuv ganzin Feuer stehe und das Meer zu steigen anfange. Viele Einwohner flüchteten sichin Begleitung ihrer Familien auf einen Berg in der Nähe des St. Elmschlosses.Andere versammelten sich auf den öffentlichen Plätzen der Stadt, welche vondem Feuer, das den Himmel und den Berg bedeckte, hell erleuchtet waren.Der Verfasser blieb dessenungeachtet im Bette, bis er erfuhr, daß das Haus,in welchem er sich befand, und welches beständig, obgleich nicht so heftigwie vor der Explosion, erschüttert wurde, von allen seinen Bewohnern ver-lassen würde. Er glaubte nun seine Lage nicht ohne Gefahr, und da er aufder Straße das Volk unaufhörlich auf das fürchterlichste fortschreien hörte,so kleidete er sich an und ging aus.

Er flüchtete sich anfangs auf den Platz Largo Castello, den größten der Stadt,allein die Verwirrung, die schon daselbst herrschte, das mit Pferden und Wagenvermischte Volksgedränge und die unerträgliche Hitze der Luft, welche durchdie Vereinigung so vieler Tausende von Menschen auf einem Punkte nochVermehrt wurde, bewogen den Verfasser, den Platz zu verlassen und sich«ach dem Molo des Hafens zu begeben, den er ganz einsam fand, weil sichjedermann davon entfernt hatte, aus Furcht, durch ein plötzliches Steigen desMeeres ersäuft oder weggespült zu werden. Der Verfasser, welcher, seitdemder Berg zum Ausbruch gekommen war, nichts dergleichen befürchtete,s etzte sich auf einen Stein, nahm einen Bleistift zur Hand, und indem er sichder Brustwehr als eines Tisches bediente, befand er sich in der günstigstenLage, mit Muße und ohne Störung das große und wunderbare Naturschauspiel2 U betrachten, welches sich unter seinen Augen entwickelte, denn er war vonder Vorderseite des Berges nur durch einen kleinen Teil der neapolitanischenBucht getrennt.

Gegen 11 Uhr öffneten sich verschiedene breite Vulkane, fast in einer gleichenEntfernung von dem Fuße und dem Gipfel des Berges. Aus ihren Schlündener gossen sich Ströme von der flüssigen Masse, die schon lange in seinem

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