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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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mittelbar berührenden Felswand in die Lüfte heraus. Eine Last von Steinen,viele davon über einen Zentner schwer, wurde gewaltsam mitgeführt undteilweise fern dahingeschleudert, teilweise gleich einem schwarzen riesen-mäßigen Hagel mehr senkrecht niedergeworfen. Abprallend von den Vor-sprüngen der Felswand, wiederholend ihre Bogenschwünge, zuletzt in hohemSturze den Schuttkessel ereilend, weckten diese Trümmer ein fürchterlichesGeprassel, und das wechselseitige Reiben, das heftige Anprallen, vereint mitdem endlichen Aufschlag im weiten steinbeworfenen Becken des Wasser-falles, verbreitete rings einen schweflichten Brandgeruch, der bis zu den fernin Sicherheit stehenden Zeugen der großen Empörung drang. Jetzt kamenauch Baumstämme, kamen entwurzelte Tannen in dem heulenden Wasser-schwalle herab, und je nach Größe oder Gewicht flogen einige, von Wind-stößen entführt, gleich verwitterten Schindeln eines abgedeckten Häuschensum sich selber wirbelnd, langsam durch die Lüfte hernieder, während anderewie gigantische Pfeile von der Höhe daherschmetterten und sich unten tief indas Erdreich bohrten. Die sonst so silberhelle, sanft schwebende Wassergarbeglich einer unermeßlichen, verkehrten, dunkelbraunen Rauchsäule, derenWallen und Wogen desto ausgedehnter wurde, je näher sie nach dem Bodensank. Oft von einer Windsbraut fortgerafft, fiel sie talauf oder talab, von derlotrechten Bahn ihres Schwerpunktes weit verschlagen, in die Tiefe. Zu-weilen stäubte sie über die ganze Breite des Tales nach der vorüberstehendenMauer der hohen Schiltwaldfluh hinaus. Einige Male sogar, gleich einemwirbelnden Rauch in die Höhe gejagt, zerfloß sie rückwärts überschlagendan dem Ort ihres eigenen Ursprungs, begann ihren sausenden Sturz vonneuem und ließ in sekundenlanger schauerlicher Blöße die gesamte Felswandund den fortwährenden Steinhagel als selbständiges Schreckbild sehen. Eineschwarze, lastbar hereinhangende Wolkendecke, die den schmalen, über denhohen Felswänden des engen Tales liegenden Himmel verbarg, das lebhafteFeuer der im Grunde der Landschaft oder an den Höhen der Felswände hin-schlängelnden Blitze und das fürchterliche, alles erschütternde Rollen desDonners, dienten dem wütenden Gewässer zu einer schrecklichen, aber wahr-haft erhabenen Begleitung. Eine Szene des Weltgerichts schien verwirklicht,und wenige Bewohner des Geländes glaubten je solch ein Rasen des Berg-stromes erlebt zu haben. (Wyss, Reise ins Berner Oberland, 1817.)

STURM IM HAFEN

Gegen die heftigen Orkane aus Nordwest, aus Norden und Nordost gewährtder Hafen von Valparaiso keine Sicherheit, wozu noch der schlechte Anker-grund kommt, der ganz aus Felsen besteht, und wo die Anker nur in denKlüften festhalten können. Das größte Unglück, das diesen Hafen in neuerenZeiten betroffen hat, ereignete sich im Winter 1823, kurze Zeit nach demgewaltigen Erdbeben vom November 1822, wodurch dieser junge Freistaatso außerordentlich gelitten hatte. Nichts war in einem katholischen Landewie Chile natürlicher, als daß man all dieses Unglück als eine Strafe ansah,die von dem göttlichen Wesen für die Greueltaten der Revolution über das

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