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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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Grade aufzufinden, zu der Hinterlassenschaft an liegenden Gründen oderausstehenden Kapitalien, indem ganze zahlreiche Familien spurlos von derErde verschwunden waren.

Über zweihundert Flecken und Städte wurden zerstört, hundertunddreizehnBerge stürzten zusammen oder glitten von ihren Unterlagen ab, dämmtenBäche und Flüßchen zu und verwandelten sie in Seen, wenn dieselben nichtwieder durch die gespaltene Erde verschlungen wurden. Solcher Spaltengab es unzählige, in dem Gebiete von Sansil eine, welche eine halbe Meilelang und 4 Klafter tief, im Distrikt Plaisano eine andere von einer MeileLänge, 150 Fuß Breite und unabsehbarer Tiefe, zwei andere in derselbenGegend hatten eine gleiche Unergründlichkeit bei geringerer Längen- undBreitenausdehnung, doch waren es nicht Vulkane, die neu entstanden undAsche oder Feuer auswarfen, es waren nur wirkliche Risse und Spalten,welche durch die konvulsivischen Bewegungen der Erde aufklafften.Von diesem Zentralpunkte pflanzte das Erdbeben sich rings umher zu Landund Wasser auf mehr als vierzig Meilen weit fort und zerstörte so Messina undeinen großen Teil von Sizilien. Die Erdbebenstöße, auf welche man durchein tagelanges Zittern des Bodens vorbereitet zu sein glaubte, erfolgten dochso plötzlich, daß auch in Messina Tausende von Menschen unter den Trümmernder stürzenden Häuser begraben wurden. Allein die fortschreitende Wirkungdes Erdbebens war unleugbar, nicht nur sah man, als die ersten Häuser inSizilien zusammenbrachen, ganz Kalabrien, so weit das Auge trug, in Staub-wolken gehüllt (dort war das Erdbeben bereits vorüber), als man auch vonMessina aus längs der Meeresküste die Villen, Schlösser und Paläste derEdelleute nacheinander zusammenbrechen sah, bis die Schwankungen derStadt selbst und der Reihe von Palästen naheten, die den Hafen einfaßtenund die nun sämtlich niederstürzten.

Dolomieu schilderte dieses entsetzliche Ereignis ausführlich in einem darübererschienenen Werke. Wir wollen nur eine Stelle daraus hervorheben, um denEindruck zu zeigen, den selbst lange Zeit nachher noch die Verwüstungenauf das Gemüt des Menschen machten.

Ich hatte in Messina und Reggio kein Haus mehr finden können, welchesnoch bewohnbar gewesen wäre, welches nicht vom Grunde aus hätte neuaufgeführt werden müssen, denn alle noch stehengebliebenen Mauern warengeborsten und gewährten nicht die geringste Sicherheit, aber am Ende existiertedoch noch das, was man das Skelett der beiden Städte hätte nennen können,man sieht noch, daß sie einst waren, Messina zeigt, aus einiger Entfernungbetrachtet, sogar noch ein mattes Bild seines früheren Glanzes, ein jedererkennt noch sein Haus wieder oder kann wenigstens den Platz bezeichnen,wo es gestanden. Ich sah Tropea und Nicotera, nahe am Meere in der Baivon San Eufemia gelegen, wo nur wenig Häuser von den ärgsten Beschä-digungen frei blieben, während die anderen alle zerstört sind, und meineVorstellungen über das entsetzliche Unglück dieses Erdstriches schienen mirvollständig. Aber als ich von einer Anhöhe auf die Ruinen von Polistenaherabsah, auf den ersten Ort, welchen ich im Innern der Piana erblickte, alsich daselbst die Steinhaufen sah, welche keine Form, keine Anordnung mehr

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