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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
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wo schon alles die grüne Farbe der Hoffnung anzunehmen pflegt, entgegen-lächeln, sieht nicht selten der Mölltaler mit Jammer gegen die von der Sonneerweichten Schneeberge hinan, deren Gerolle ihm seine Alpweiden verschüttetund ganze Wälder niederstreckt!

Den 26. März 1797 brach in der Gegend bei Bleyberg in Oberkärnten einefürchterliche Schneelehne an den Gebirgshöhen der Villacher Alpe im so-genannten Nötschlöhner und verschüttete zwei Mahlmühlen. Die untereMühle war zum Glücke menschenleer, aber in der oberen befanden sichacht Personen. Kaum konnten die herbeigeeilten Bergleute, nachdem siedrei Zubaustollen anlegten, in 22 Stunden sich bis zur Mühle vordrängen,denn an einigen Orten erreichte der Schnee die Höhe von 8 Klaftern. Aberwie groß war die Freude dieser arbeitsamen Leute, als sie endlich Menschen-stimmen hörten, und aus der Mühle, wie aus einer kleinen Arche, acht Men-schen, eine Kuh, ein Lamm und fünf Hühner wohlbehalten heraustretensahen! Ein einziger Knabe fand unter der schnell herabstürzenden Schnee-lehne sein Grab! (Franz Sartori, Die Naturwunder des österreichischenKaisertumes, 1807/1809.)

DAS ERDBEBEN VON MESSINA

Die beiden Berichterstatter stimmen darin überein, daß der Hauptsitz und derAnfangspunkt dieses Erdbebens die Südspitze von Italien war, derjenige Teil,welcher nur durch die Meerenge von Sizilien getrennt ist, und welcher einenGebirgsstock für sich bildet, zwischen dem Städtchen San Eufemia und demdavon benannten Meerbusen und Catanzaro, am Meerbusen Squillace, alsGebirge verschwindend und erst zwischen Nicastro und Isola, in einer auf dieverlassene senkrechten Richtung, wieder beginnend.

Von dieser 24 Meilen langen und 6 bis 8 Meilen breiten, scharf umgrenztenund durch die Natur vermittelst eines weiten flachen Talgrundes ganz geson-derten Berginsel-------ging der erste furchtbare Stoß aus. Es war auf diesem

kleinen Gebirge alles vollständig zerstört worden: Dörfer, Städte, Schlösser,ja, die Berge und die Wälder, welche sie schmückten, waren so gänzlichumgestürzt und durcheinander geworfen, daß die Bewohner, welche vondiesem Erdbeben übriggeblieben waren, sich nicht mehr zu orientieren ver-mochten. Die Fundamente der Häuser waren aus der Erde gehoben, ge-schleudert, der Mörtel in Pulver verwandelt, und die Steine waren als Schutt-haufen ohne irgendeinen Zusammenhang an der Stelle liegengeblieben.An tausend verschiedenen Orten klaffte plötzlich die Erde auseinander, diezufällig dort stehenden Menschen versanken bis an die Brust, bis an denHals, glücklich, wer noch einen Fuß tiefer versank, denn er war, wenn sichder Erdspalt schloß, doch wenigstens sofort tot, indes die anderen hilflosunter den gräßlichsten Qualen, zusammengepreßt von der geborstenen undwieder sich vereinigenden Felsmasse, ihr Dasein, langsam verschmachtend,unter unsäglichen Schmerzen aushauchten. Die Zahl der bei diesem furcht-baren Naturereignis umgekommenen Menschen wird auf 100 000 geschätzt.Es war späterhin schwer, mitunter unmöglich, Verwandte auch nur entfernter

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