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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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anderen Fische die Nähe dieser furchtbaren Aale. Selbst den Angelnden amhohen Ufer schrecken sie, wenn die feuchte Schnur ihm die Erschütterungaus der Ferne zuleitet. So bricht hier elektrisches Feuer aus dem Schößeder Gewässer aus.

Ein malerisches Schauspiel gewährt der Fang der Gymnoten. Man jagtMaultiere und Pferde in einen Sumpf, welchen die Indianer eng umzingeln,bis das ungewohnte Lärmen die mutigen Fische zum Angriff reizt. Schlangen-artig sieht man sie auf dem Wasser schwimmen und sich, verschlagen, unterden Bauch der Pferde drängen. Von diesen erliegen viele der Stärke unsicht-barer Schläge. Mit gesträubter Mähne, schnaubend, wilde Angst im funkeln-den Auge, fliehen andere das tobende Ungewitter. Aber die Indianer, mitlangen Bambusstäben bewaffnet, treiben sie in die Mitte der Lache zurück.Allmählich läßt die Wut des ungleichen Kampfes nach. Wie entladeneWolken zerstreuen sich die ermüdeten Fische. Sie bedürfen einer langen Ruheund einer reichlichen Nahrung, um zu sammeln, was sie an galvanischerKraft verschwendet haben. Schwächer und schwächer erschüttern nun all-mählich ihre Schläge. Vom Geräusch der stampfenden Pferde erschreckt,nahen sie sich furchtsam dem Ufer, wo sie durch Harpune verwundet undmit dürrem, nicht leitendem Holze auf die Steppe gezogen werden.Dies ist der wunderbare Kampf der Pferde und Fische. Was unsichtbar dielebendige Waffe dieser Wasserbewohner ist, was, durch die Berührung feuchterund ungleichartiger Teile erweckt, in allen Organen der Tiere und Pflanzenumtreibt, was die weite Himmelsdecke donnernd entflammt, was Eisen anEisen bindet und den stillen wiederkehrenden Gang der leitenden Nadel lenkt:alles, wie die Farbe des geteilten Lichtstrahls, fließt aus einer Quelle, allesschmilzt in eine ewige allverbreitete Kraft zusammen. (Alexander von Hum-boldt, Ansichten der Natur, 1808.)

JAHR UND KALENDER

Die Sterngruppen wurden schon im hohen Altertum, freilich nicht ohne Hilfeder Phantasie, durch Umrisse von Menschen und Tieren begrenzt, und so istdas entstanden, was man Sternbilder nennt. Unter den Sternbildern, welcheuns nördlichen Bewohnern nicht untergehen, sind die beiden: der Großeund Kleine Bär, wohl jedermann von Kindesbeinen bekannt, der ersteregewiß. Weil diese Sterne um den Pol kreisen, nannte man sie Circumpolares,Sterne um den Pol.

In kurzem mußte man bemerken, daß der vollendete Kreislauf des Großen Bärenmit dem Laufe der Sonne zusammenstimme, daß, wenn der Bär sich zuerstnach Sonnenuntergang etwa gerade auf dem Gipfelpunkt seines Kreises zeige, erwieder so hoch stehe, wenn die Sonne abermals und abermals untergegangen.Man mußte auch wahrnehmen, daß alle diese Sternenkreise zwar einen sehrverschiedenen Halbmesser haben, doch von ganz gemeinschaftlichem Mittel-punkt seien, und man fand bald einen Stern, welcher für diesen Mittelpunktsehr gut paßte, nämlich den sogenannten Polarstern. Wenn man durch diebeiden dem Schweif des Großen Bären entgegengesetzten Sterne des Vierecks

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