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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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zu sehen glauben, wenn nicht der Mensch im Dienste der Natur für einenFarbenwechsel, der um so bedeutsamer gegen die noch eintönige Landschaftwirkt, gesorgt hätte. Es sind die noch unbestellten Felder, deren graues Erd-reich sich mit dem frischen Grün der Saaten mischt, und keilförmig drängensich große gelbe Matten in das grüne Meer hinein, das ist der Winterraps,dessen schöne, zitronengelbe Blüten sich bereits in vollster Entwicklung be-finden. Auf diesem allen bleibt unser Auge um so lieber hängen, als dieBäume und Sträucher noch ihres grünen Schmuckes entbehren. Im Waldeist es noch öde und leer, nur die Blütenkätzchen der Erlen und Birken hängenbereits, Blütenstaub ausstreuend, aus den Ästen herab. Da und dort findenwir auch wohl eine Hecke von Kornelkirschen, aus deren Zweiggewirr kleinegelbe Blüten hervorschauen, oder des Schlehdorns, dessen wirr durcheinandergewebtes, undurchdringliches Gemisch von Dornen und Ästen von der Un-zahl Blüten wie mit einem weißen Tuche überdeckt ist. Die Obstbäume desnahen Baumgartens zeigen bereits geschwollene Knospen, ja, unter denbraunen Deckschuppen leuchten schon grüne und weiße Zonen hervor.Wenige Wochen später hat sich die ganze Szenerie geändert. Die Wald-bäume haben sich größtenteils belaubt, die Obstbäume stehen im vollstenBlütenschmuck da, bei jedem Windhauch eine weiße Blumensaat auf dieFluren weit umherstreuend. Es ist ein wahrhaft erfrischender Anblick,einen solchen Obstgarten, an sanft ansteigender Berghalde sich anlehnend,in seiner vollsten Frühlingsblütenpracht zu sehen: so dicht beladen mitBlumenschnee, daß man, besonders wenn man von oben herabschaut, keineÄste und Stämme wahrzunehmen vermag und überall weiße Blütenhügelzu sehen glaubt, zwischen denen der grüne Rasenteppich, mit gelben Blüten-köpfen bestreut, gar lieblich hindurchschimmert. Unsere Wiese ist buntergeworden, der grüne Teppich erscheint dichter gewebt, zwischen den Gras-formen machen sich die verschiedengestalteten Blätter einer Anzahl Kräuterbemerklich, so des Löwenzahn, einiger Ampherarten, des Wegerichs, dasDreiblatt des Klees, die Fiederblätter der Pimpernelle und des Wiesenknopfs.Nur an feuchten Stellen entwickelt die Dotterblume ihre breiten herzförmigausgeschnittenen Rundblätter.

Auch das Blütenleben hat sich schon reicher eingefunden, namentlich istes der Löwenzahn, der um diese Zeit alle unsere Wiesen mit dem zartenGelb seiner Köpfchen übersäet, daneben reichblütige Ranunkeln, durch dasglänzende Hochgelb ihrer Blüten selbst von fern hervorstechend, die blaß-lilafarbene Cardamine steht auf der Höhe ihrer Blütenentwicklung, da-zwischen kaum bemerkbar die blauen Trauben des kriechenden Günzels, dieunscheinbaren Kolben des Wegerich und bereits einige Doldenblütler, wieder Wiesenkümmel, die Pimpernell, der Sanikel, der Wiesen-Haarstrang. Auftrocken gelegenen Wiesen findet sich wohl auch der Steinbrech, durch seinemassenhafte Entwicklung dann vorzüglich das Übergewicht der weißen Farbeauf dem Rasenteppich bedingend. Das Getreide ist bereits mehrere Fußhoch und der Blüte nahe und wallt und weht wogend und flutend hin undher: in seinem bewegten, wechselnden Treiben bannt das grüne Grasmeerebenso das Auge, wie die schaumgekrönten Wellen des Ozeans. Doch nähern

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