die Puia te mimi-a-Homaiterangi. Sie liegt dicht am Flußufer auf einemblasenförmig erhobenen Teil der Sprudelschale. Die Art und Weise, wie wirüber die intermittierenden Eigenschaften dieses Sprudels belehrt wurden,zeigt, wie sehr Vorsicht notwendig ist, wenn man zum erstenmal und ohnekundige Führer sich solchen Quellen nähert. Meine Reisegefährten Haastund Hay wollten nämlich am frühen Morgen sich den Genuß eines Bades imWaikato verschaffen und hatten eben ihre Kleider in der Nähe eines Bassinsvoll siedenden Wassers niedergelegt, als sie plötzlich neben sich heftige Deto-nationen vernahmen und sahen, wie das Wasser in dem Bassin mächtigaufwallte. Erschreckt sprangen sie zurück und hatten eben noch Zeit, einemGußbad siedend heißen Wassers zu entrinnen, denn aus dem Bassin wurdejetzt unter Zischen und Brausen eine dampfende Wassersäule in schieferRichtung gegen 20 Fuß hoch in die Höhe geworfen. Noch in größter Auf-regung erzählten mir meine Gefährten ihr Abenteuer mit dem heimtückischenGeiser, als ich aber zur Stelle kam, da war längst wieder alles ruhig, und indem 4 bis 5 Fuß weiten kesseiförmigen Becken sah ich kristallhelles Wassernur leicht aufwallen. Es zeigte eine Temperatur von 94° C, reagierte völligneutral und schmeckte wie leichte Fleischbrühe. Die erste Wassereruption,welche ich selbst beobachtete, erfolgte um 11 Uhr 20 Minuten vormittags.Das Becken war kurz vor der Eruption bis zum Rande voll. Unter deutlichvernehmbarem, murmelndem Geräusche in der Tiefe des Beckens kam dasWasser in immer heftigeres Kochen und wurde dann plötzlich unter einemWinkel von 70° in südsüdöstlicher Richtung mit großer Gewalt ausgeworfen,20 bis 30 Fuß hoch. Mit dem Wasser brachen unter zischendem Gebrausegewaltige Dampfmassen aus dem Kessel hervor, welche die Wassergarbe teil-weise verhüllten. Dies dauerte anderthalb Minuten, dann nahm die aus-werfende Kraft ab, das Wasser sprang nur noch 1 bis 2 Fuß hoch, und nachzwei Minuten hörte unter einem dumpfen gurgelnden Geräusch das Wasser-spiel ganz auf. Als ich jetzt an das Bassin herantrat, war es leer, und ichkonnte 8 Fuß tief hinabsehen in ein trichterförmig sich verengendes Loch,aus dem unter Zischen Wasserdampf entwich. Allmählich aber stieg wiederWasser empor, nach zehn Minuten war das Becken von neuem voll, undum 1 Uhr 36 Minuten fand die zweite Eruption statt, um 3 Uhr 10 Minutendie dritte, welche ich zu beobachten Gelegenheit hatte. Die Eruptionenscheinen demnach ungefähr alle zwei Stunden einzutreten. Der Absatz dieserwie aller umliegenden Quellen ist Kieselsinter, der frische Absatz ist gelatine-artig weich, allmählich erhärtet er zu einer zerreiblichen, sandig sich an-fühlenden Masse, und endlich bildet sich aus den übereinander abgelagertenSchichten ein festes Gestein von der mannigfaltigsten Beschaffenheit in Farbeund Struktur an verschiedenen Stellen. (Ferdinand von Hochstetter, Neu-seeland, 1863.)
EISBERGE
Der kühne Seefahrer sieht Berge sich plötzlich erheben, Täler sich senken,Meerbusen sich ausbreiten, Grotten entstehen, Türme aufgeführt werden, undwas das Auge nur auf dem festen Lande zu sehen gewohnt ist, stellen ihm
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