hinein, wie durch die Kühlungshalle einer römischen Villa, den ungehindertenDurchgang. In gerader Richtung vor solch einem Portal stehend, erblicktman nicht ohne Staunen alle Farben der Iris untereinander strudelnd kämp-fend, wie die Flammen eines Feuerofens. Steht man aber mehr zur Seitezwischen der Sonne und dem stäubenden Wasser, so zeigen sich diese Farbenwieder in schöngeschweiftem regelmäßigen Bogen, der oft erst an der Fels-wand sichtbar wird. (Wyss, Reise in das Berner Oberland, 1817.)
HEISSE QUELLEN AUF NEUSEELAND
Das Wetter hatte sich in der Nacht ausgetobt. Morgens lag dicker Nebelüber dem Waikato, der Nebel hob sich aber bald, die Sonne schien freundlichins Tal, und nun — welches Schauspiel! Reißenden Laufes, Stromschnellehinter Stromschnelle bildend, stürzt sich der Waikato durch ein enges, tiefzwischen steil ansteigenden Bergen eingerissenes Tal. Seine Wasser wirbelnund schäumen um zwei kleine, mitten im Strombett liegende Felsinseln undschießen brausend durch die Talenge. An den Ufern aber steigen weißeDampfwolken auf von heißen Kaskaden, die in den Fluß fallen, und vonKesseln voll siedenden Wassers, die von weißer Steinmasse umschlossen sind.Dort steigt eine dampfende Fontäne in die Höhe und sinkt wieder nieder,jetzt erhebt sich an einer anderen Stelle eine zweite Fontäne, auch diese hörtau f, da fangen aber zwei zu gleicher Zeit an zu springen, eine ganz untenam Flußufer, die andere gegenüber auf einer Terrasse, und so dauert dasSpiel wechselnd fort, als ob mit einem kunstvoll und großartig angelegtenWasserwerke Versuche gemacht würden, ob die Springbrunnen auch allegehen, die Wasserfälle auch Wasser genug haben. Ich fing an zu zählen alledie einzelnen Stellen, wo ein kochendes Wasserbecken sichtbar war oder woeine Dampfwolke ein solches andeutete. Ich zählte 76 Punkte, ohne jedochdas ganze Gebiet übersehen zu können, und darunter sind viele intermittierendegeiserähnliche Springquellen, welche periodische Wassereruptionen haben.Das Quellengebiet erstreckt sich dem Waikato entlang etwa eine englischeMeile weit an beiden Flußufern, vom Fuße des steilen Bergkegels Whakapapa-taringa südlich bis zum Fuße des waldigen Tutukau-Berges nördlich. Dergrößere Teil der Quellen liegt am rechten Ufer, ist aber äußerst schwer zu-gänglich, da man den reißenden Strom bei den Quellen selbst nicht passierenkann, sondern nur weiter oberhalb oder unterhalb und dann an den steilen,mit dichtem Buschwerk bewachsenen Ufergehängen herumklettern müßte,wo man keinen Augenblick sicher wäre, in dem durch heiße Wasserdämpfe anunzähligen Punkten gänzlich erweichten Boden in kochend heiße Schlamm-massen einzusinken. Ich mußte mich auf eine nähere Besichtigung der amlinken Flußufer dicht unter dem Dorfe liegenden Quellen beschränken.Eine große 120 Schritt lange und ebenso breite, aus weißlichem Kieselsinterbestehende Felsplatte, von den Eingeborenen Papa kohatu, der platte Stein,genannt, die sich als schiefe Fläche vom Fuße des Tutukau-Berges bis in denWaikato hineinzieht, eine wahre „Sprudelschale", umfaßt hier einige dermerkwürdigsten und bedeutendsten Quellen des ganzen Gebietes, vor allem
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