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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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sichtigen Wölkchen mitten aus dem schwebenden Dunstnebel davongeführtund bieten abermals ein höchst ergötzliches Schauspiel dar. Am hübschestenkam mirs vor, wenn ein kräftiger Sturm den gesamten Bach erfaßte undentweder taleinwärts oder talauswärts so gänzlich aus seinem luftigen Gleisnach einer Seite verwehte, daß unten der kleine Vorrat im Kessel ver-siegend nach der Lütschine entschwand und die erschrocknen zahlreichenFischlein, übereilt in ihren Spielen, nur kümmerlich in einzelnen Grübchendas Naß ihres Lebensbedarfes übrig fanden. Ich sah in solch einem Augenblickjubelnd eine Schar von Mädchen und Knaben mit allerlei Geschirren nachdem Strombette laufen und in froher Emsigkeit die wehrlosen Forellen ausden Vertiefungen, wo sie plätscherten, in hergetragene Kübel und Näpfe ver-setzen. Aber mitten in der lustigen Freibeuterei ließ der Windstoß nach, derBach gewann unverweilt sein altes Bett und plötzlich unter den Händen derKinder schlüpften die geängstigten Fische davon, während naß über dieKnöchel und in Hast die mutwilligen Fischer an die beiderseitigen Ufer ent-sprangen und wohlgemut ihren stattlichen Gewinn nach Hause trugen.Wenn Schnee in das Tal fällt, so hängen sich die Flocken an den ganzenunteren Felsensatz der Staubbach wand an, gefrieren bei zunehmender Kältefest, werden durch das darüberfließende Wasser zu Eis, das sich in Hundertevon größern oder kleinern Zapfen bildet, und gewähren eins der anmutigstenSchauspiele der Natur. Ein prachtvoller Glanz, der beim Sonnenschein wahr-haft blendend wird, fällt durchdringend in die Augen, und der Berg scheintdurchsichtig hellblau glasiert zu sein. Bei gelindem Wetter und bei warmemFöhnwind stürzen ganze Stücke dieser Zapfen in die Tiefe und erregen einheftiges Getöse. Unten aber im Kessel türmt sich das herabgefallene Eiszusammen und häuft sich, überspritzt und vermehrt durch die schnell gefrie-renden Wassertropfen von oben, zu einem wahren Gletscher auf. Ja, dieWassertropfen vereisen sich oft schon im Sturze, fallen rasch zu Boden undstellen augenscheinlich die Bildung des Hagels in unserem höheren Luft-gebiete dar. Zunächst an der Fluh, beim Ausfall des geteilten Baches er-wachsen zwei ungeheure Eissäulen, wie nach einer zauberischen Baukunst,welche von oben niederwärts anmauern wollte, dann reißen sich beide,durch eigenes Gewicht oder durch laue Südwinde losgetrennt, urplötzlich abund krachen mit solcher Gewalt auf den Gletscher im Kessel hin, daß alleszusammenschüttert und ein Erdbeben zu beginnen scheint. Gewaltig ist dasseltene, aber doch zutreffende Stürzen beider Säulen zugleich, und ergötzlichist das wiederholte Wachstum bei frisch eintretendem Winterfroste. Sobaldaber im Frühling, vorzüglich im Maimonat, die warmen Lüfte stetiger werden,so schmilzt auch der Eishügel im Kessel mit erstaunlicher Schnelligkeit zu-sammen und löst sich, gerade wie bei den Gletschern, zuerst an der Felsen-wand auf, so daß die Eismasse zwischen sich und dem Gestein eine furcht-bare Kluft öffnet, deren Tiefe schon zu 45 Ellen ist befunden worden. Nochin die Hälfte des Brachmonats hinein sieht man Reste der winterlichen Er-starrung liegen. Oft bildet sich ein wunderschönes, azurnes Portal, und dasregere Wasser zieht siegreich unten hindurch oder öffnet sich durch die Kraftseines Sturzes und seiner vermehrten Wärme von oben durch das Gewölbe

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